KNAPPES ERGEBNIS

Stadtvertretung hat über Solarpark-Plan entschieden

Nachdem die Entscheidung über den geplanten Solarpark bei Stretense lang und heiß diskutiert wurde, hat nun die Anklamer Stadtvertretung eine knappe Entscheidung getroffen.
Ihr Protest vor der Sitzung hat den Solarpark-Gegnern diesmal nichts genützt. Die Stadtvertretung sprach sich zunäch
Ihr Protest vor der Sitzung hat den Solarpark-Gegnern diesmal nichts genützt. Die Stadtvertretung sprach sich zunächst für das Vorhaben aus. Mareike Klinkenberg
Auf Abstand: Aufgrund der Corona-Maßnahmen fassten die Anklamer Stadtvertreter gestern in der Halle im Volkshaus ihre Be
Auf Abstand: Aufgrund der Corona-Maßnahmen fassten die Anklamer Stadtvertreter gestern in der Halle im Volkshaus ihre Beschlüsse. Mareike Klinkenberg
Anklam ·

Selten gab es in den vergangenen Jahren eine Entscheidung der Anklamer Stadtvertreter, die so umstritten war und auch mit Argusaugen von den betroffenen Bürgern verfolgt wurde. Am Mittwoch musste der Beschluss gefasst werden, ob die Stadt Anklam für die bayrische Firma Anumar zumindest den Weg ebnet, um ein B-Plan-Verfahren zu eröffnen. So unterschiedlich die Positionen zu dem Projekt im Vorfeld waren, fiel dann auch hauchdünn die Entscheidung aus. Mit zwölf zu zehn Stimmen und zwei Enthaltungen bahnte die Anklamer Stadtvertretung dem Bebauungsplan für das 300-Hektar-Solarfeld vor den Toren der Stadt nun seinen Weg.

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„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust”

Allein die Diskussion über diese Abstimmung zog sich bereits über die vergangenen Monate. Ein erstes Vorpreschen des Investors im Herbst 2020 wurde zunächst ausgebremst, es folgten Infotermine mit den Fraktionen, individuelle Bürgersprechstunden, eine öffentliche Bürgerversammlung in Stretense und eine Informationsreise von Stadtvertretern und Mitgliedern der Verwaltung, um in Bayern ein Solarfeld des gleichen Investors zu besichtigen.

All diese Punkte fanden fraktionsübergreifend in der jüngsten Stadtvertretersitzung Erwähnung. Einigkeit herrschte zumindest in soweit, dass man sich lange nicht mehr so viel und so emotional über ein stadtpolitisches Thema ausgetauscht habe. Einvernehmlich stellten sich zudem alle Fraktion hinter das Thema Solarenergie und den Ausbau dieser im Anklamer Stadtgebiet. Aber dann hört es auch schon auf mit der gemeinsamen Basis. Während CDU, Die Linke, NPD und auch die Fraktion Baumgärtner/Kohn den Willen der Bürger, in diesem Falle ganz konkret den Unwillen vieler Stretenser, in den Mittelpunkt ihrer Entscheidung rückten, war die SPD geteilter Meinung: „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Uwe Schulz seinen persönlichen Zwiespalt als Stadtpolitiker und Umweltschützer.

IfA tritt geschlossen auf

Geschlossen trat an diesem Nachmittag die IfA auf, die sich mit allen verfügbaren Stimmen für den Bebauungsplan aussprach. Man wolle im Rahmen dieses Verfahrens von allen öffentlichen Trägern und Experten fundiert informiert werden, Vor- und Nachteile abwägen und schließlich eine finale Entscheidung treffen, begründete IfA-Fraktionschef Christian Schröder die Haltung seiner Fraktion. Sein Kollege Jürgen Trapp ergänzte: „Aus Angst, etwas Falsches zu tun, etwas nicht zu tun, ist der falsche Weg.“

Nun wird also etwas „getan“ allerdings mit offenem Ausgang. Die Ergebnisse des B-Plan-Verfahrens werden laut Bürgermeister Michael Galander in einem bis anderthalb Jahren vorliegen. Auch dann würde noch nicht direkt losgebaut, an jedem Punkt des Verfahrens bis zum Ende könnte die Stadt noch die Reißleine ziehen. Die Kosten währenddessen liegen allein beim Investor.

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