ANKLAMER HAFEN

Staudämme für die Peene

An der Peene werden im Sinne des Naturschutzes Staudämme gebaut. Dadurch will die Stadt Anklam den Eingriff in die Umwelt ausgleichen, der bei der Errichtung des Continental-Labors am Lilienthalring angefallen war.
Betrieb am Anklamer Hafen: Über hundert angespitzte Baumstämme wurden dort zu Beginn der Woche zwischengelagert.
Betrieb am Anklamer Hafen: Über hundert angespitzte Baumstämme wurden dort zu Beginn der Woche zwischengelagert. Dennis Bacher
Anklam.

Güter werden am Anklamer Hafen immer weniger umgeschlagen. Dünger aus Polen beispielsweise, früher stets mit dem Schiff in die Hansestadt gelangt, wird laut dem Anklamer Frachtschiff-Kapitän Ulrich Krüger zunehmend direkt per Lkw geliefert. Immer wieder gilt der Wasserweg aber doch noch als Alternative zur Autobahn. So auch zu Wochenbeginn, als über hundert angespitzte Baumstämme den Hafen erreichten. Nur: Wozu?

Das weiß der erfahrene Kapitän der „Dömitz“, die in Anklam ihren Heimathafen hat. „Der Hafen dient als Zwischenlager für eine Wasserbaustelle an der Peene“, sagte Krüger. Dies bestätigte nun Katharina Häusler, zuständig im Rathaus für die Tiefbauarbeiten in der Stadt Anklam. Gleich an vier Stellen des Nordufers sollen die Pfähle jetzt zum Einsatz kommen.

Stämme werden zu Pfahlreihen verarbeitet

„Mit den Baumstämmen werden sogenannte Grabenverschlüsse errichtet, welche an den entsprechenden Stellen der Peene das Überlaufen der Seitenarme in den Fluss verhindern sollen“, teilt Häusler mit. Dazu werden die fünf bis zehn Meter langen Kiefernholzstämme zu je zwei dichten Pfahlreihen hintereinander in den Grund geschlagen. Einer der Staudämme wird auf Höhe der überfluteten Fläche an der Peene in Anklam errichtet. Ein weiterer wird indes östlich der Hansestadt erbaut, am Peene-Abschnitt zwischen dem Bargischower Ortsteil Gnevezin und der B 110. Außerdem werden zwei bereits vorhandene Verschlüsse ausgebessert.

Mithilfe der Staudämme soll anströmendes Grund- und Oberflächenwasser zurückgehalten werden, um eine optimale Wasserversorgung, auch bei saisonal anhaltenden niedrigen Flusspegelständen, zu sichern. Gleichzeitig werden die Dämme seitlich mit Überläufen ausgestattet, sodass sie sich als Ein- und Ausstiegshilfe für Biber eignen, so Häusler. Im Sinne der Umwelt also.

90 Prozent der Baukosten aus Fördermitteln finanziert

Wie Katharina Häusler sagt, handelt es sich bei dem Vorhaben um eine Ausgleichsmaßnahme im Zuge der Errichtung des Labors des Reifenherstellers „Continental“ im Dezember 2018. Kurz gesagt sollen dadurch Eingriffe in die Umwelt durch Naturschutzmaßnahmen an anderer Stelle kompensiert werden.

Auftraggeber der Maßnahmen ist die Stadt Anklam, ausführende Firma die „Colcrete von Essen GmbH & Co. KG“ in Ueckermünde. Die Baukosten betragen laut Katharina Häusler rund 160 000 Euro, die zu 90 Prozent aus den Mitteln des Programms „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern stammen. Die verbleibenden 10 Prozent bringt Anklam aus Eigenmitteln auf. Spätestens am 15. Februar sollen die Staudämme fertig sein.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Anklam

Kommende Events in Anklam (Anzeige)

zur Homepage