Dr. Wilfried Hornburg war acht Jahre lang Leiter des Museums im Steintor. Jetzt geht er in den Ruhestand. Foto: Matthias Diekh
Dr. Wilfried Hornburg war acht Jahre lang Leiter des Museums im Steintor. Jetzt geht er in den Ruhestand. Matthias Diekhoff
Auch in Zukunft wird es noch Nachtwächterführungen mit Wilfried Hornburg geben. Foto: Matthias Diekhoff
Auch in Zukunft wird es noch Nachtwächterführungen mit Wilfried Hornburg geben. Anne-Marie Maaß
Dieses Bild entstand 2014, kurz nachdem Wilfried Hornburg seinen Posten als Museumsleiter angetreten hatte. Foto: Matthias Diek
Dieses Bild entstand 2014, kurz nachdem Wilfried Hornburg seinen Posten als Museumsleiter angetreten hatte. Matthias Diekhoff
Letzter Arbeitstag

Steintor-Museumsleiter Wilfried Hornburg geht in Rente

Wilfried Hornburg war zuletzt acht Jahre lang Leiter des städischen Regionalmuseums. Für die Zeit nach dem letzten Arbeitstag hat er bereits viele Pläne. Und auch einige Wünsche.
Anklam

„Jeder Tag war ein schöner Tag”, sagt Dr. Wilfried Hornburg. Der kommende Montag, 31. Januar, wird sein letzter Tag als Leiter des Museums im Steintor und sein letzter Arbeitstag überhaupt sein. Ab dem 1. Februar sei er dann „nicht mehr da” und im wohl verdienten Ruhestand.

"Luft holen" und reisen

Obwohl es mit der Ruhe wohl nicht so sehr weit her sein wird. Denn „aus der Welt” werde er natürlich nicht sein und auch weiterhin für Fragen zum Museum und der Anklamer Historie zur Verfügung stehen. Und es gäbe auch schon einige Termine für seine beliebten Nachtwächterführungen, berichtet Wilfried Hornburg. Zudem sei er ja auch weiterhin Vorsitzender der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst und unter anderem Mitglied des Redaktionskollegiums des Anklamer Heimatkalenders.

Dr. Wilfried Hornburg war acht Jahre lang Leiter des Museums im Steintor. Jetzt geht er in den Ruhestand. Foto: Matthias Diekh

Nicht zuletzt möchte er sich auch um die Chronik der Gemeinde Groß Polzin kümmern, aus der urspünglich stammt und wo sein Sohn Sebastian Hornburg Bürgermeister ist. Auch um naturkundliche und archäologische Angelegenheiten würde er sich gern wieder mehr kümmern und reisen, wenn es wieder etwas unkomplizierter möglich ist. Ach ja, und etwas „Luft holen” möchte er zwischendurch auch noch.

Dazu im Steintormuseum: Der kleine „Geldscheißer” ist zurück

Vor der Wende noch in Mecklenburg unterwegs

Am Beginn seines beruflichen Werdegangs Anfang der 80er Jahre hatte er sich sicher noch nicht träumen lassen, diesen als Leiter des Musuems im Steintor zu beenden. Nach seinem Pädagogikstudium in Greifswald wurde er zunächst als Lehrer in Altentreptow eingesetzt. Dem folgten Lehrtätigkeiten an der Pädagogischen Hochschule in Güstrow und Neubrandenburg. Nach der Wende bot sich dann die Gelegenheit, als Leiter im Amt für Kultur und Denkmalpflege des damaligen Kreises Anklam anzufangen. Mit der ersten Kreisgebietsreform im Jahr 1994 kam dann der Wechsel in die Anklamer Stadtverwaltung, wo Wilfried Hornburg unter anderem als Leiter im Amt für Bildung, Kultur, Jugend, Sport und Tourismus sowie in den Sachgebieten öffentliche Ordnung und Bürgerdienste tätig war. Und so verschieden diese Stationen auch gewesen sein mögen, jede sei auf ihre Art spannend und interessant gewesen, meint Wilfried Hornburg rückblickend.

Diese Bild entstand 2014, kurz nachdem Wilfried Hornburg seinen Posten als Museumsleiter angetreten hatte. Foto: Matthias Diek

Das Angebot, im Jahr 2014 Museumleiter zu werden, sei dann aber doch als ganz spezieller Glücksfall zu betrachten. Schließlich sei damit zum Beruf geworden, was vorher „nur” ein Hobby war. Höhepunkte habe es für ihn in den acht Jahren immer wieder gegeben. Wenn zum Beispiel eine der rund 30 Sonderausstellungen eröffnet wurde oder es Vorträge gab. Oder wenn außergewöhnliche Sachen im Museum abgegeben wurden, die mit Anklam zu tun haben. Oder wenn er selbst einen neuen Aspekt oder eine weitere Persönlichkeit in der Anklamer Geschichte entdecken konnte. Und davon muss es einige gegeben haben, schließlich erklärt Wilfried Hornburg bei den Nachtwächterführungen gern mit einem kleinen Augenzwinkern, dass eigentlich alle berühmten Leute einen Bezug zu Anklam haben. Eine wahre Sternstunde sei für ihn jedoch gewesen, als dank vieler glücklicher Umstände das Originalbild des Rathauses auf dem Anklamer Markt auftauchte, das Mitte des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Ein Bild, das von Karl von Hoevel kurz vor dem Abriss gemalt wurde und eigentlich als verschollen galt.

Davon, dass es im Museum immer noch mehr zu entdecken gibt, ist Wilfried Hornburg überzeugt. Und darum auch froh, dass es jetzt die Stelle der wissenschaftlichen Mitarbeiterin gibt, die mit Sabine Görner besetzt wurde. Denn wichtig wäre ihm, dass das Museum auch in Zukunft erhalten bleibt und wenn möglich sogar noch erweitert wird. Schließlich schlummern im Depot noch zahlreiche Exponate, die es wert sind, gezeigt zu werden. Zudem ende die aktuelle Ausstellung im Steintor kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Und seitdem ist ja auch schon wieder viel Wasser die Peene hinunter geflossen.

 

 

 

 

 

 

 

zur Homepage