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Stolz auf Trafo und Teichschlampen

Sprayen ausdrücklich erwünscht: Graffiti-Künstler Christian Pursch aus Wismar machte im Auftrag des Heimatvereins aus dem einst hässlichen Trafo-Klotz ein buntes Aushängeschild Zemmins mit verschiedenen Dorf-Ansichten. [KT_CREDIT] FOTO: Stefan Hoeft

VonStefan HoeftWenn die Zemminer am Wochenende wieder groß feiern, dann erwartetdie Gäste aus der Regionso einiges Neues in der Dorfmitte. Sie können ...

VonStefan Hoeft

Wenn die Zemminer am Wochenende wieder groß feiern, dann erwartet
die Gäste aus der Region
so einiges Neues in der Dorfmitte. Sie können beispielsweise sehen, wie
ein tristes Trafohaus zur Schönheit wird, und einen Spitzenchor erleben.

Zemmin.Dass die meisten Zemminer und der Heimatverein seit Jahren dafür sorgen, ihr Dorf möglichst hübsch herzurichten, dürfte beim Blick entlang der Straßen unbestritten sein. Aber vor allem die Ortsmitte zwischen Kirche und einstigem Feuerwehrgebäude wirkt wie ein Aushängeschild für diese Bemühungen: Das Gotteshaus komplett saniert, der Dorfteich mit Insel und Brücke als grüne Oase und gleich gegenüber das zum Kulturtreff ausgebaute alte Spritzenhaus samt Freigelände mit Spielplatz, Sitzecken und Grillhütte. Am Ende störte nur noch eins in diesem bunten Ensemble: Die Transformator-Station des regionalen Energieversorgers. Aber auch damit ist nun Schluss.
Denn der Heimatverein „Summyn 1990 e.V.“ hat den tristen Betonkasten auf seine Kosten und in Absprache mit dem Unternehmen einer radikalen „Operation“ unterzogen, sodass er kaum noch als Trafo zu erkennen ist. „Der Reit- und Fahrverein in Jarmen hat uns die Idee gegeben“, berichtet der Zemminer Vereins-Chef Jürgen Piek gegenüber unserer Zeitung. Die Pferdefreunde hatten nämlich vergangenes Jahr das von ihnen genutzte ehemalige Wasserwerk der Peenestadt mit einer Spray-Aktion vom hässlichen Klotz zum weithin sichtbaren Kunstwerk verwandelt (der Nordkurier berichtete). Nun zogen die Nachbarn bei ihrem Trafo nach, allerdings und natürlich mit Motiven aus dem Dorf, wie beispielsweise der Kirche.
Wie gut das ausschaut, wollen die Zemminer am Wochenende auch möglichst vielen Auswärtigen vor Augen führen. Dann nämlich laden sie zum 18. Dorf- und Heimatfest, einer Veranstaltung, die mittlerweile weit über die Gemeindegrenzen einen Namen hat und zuletzt immer über 1000 Gäste anzog.
Die Eröffnung findet traditionell bereits am Freitagabend statt, diesmal mit dem „Chor in Sanitz“. Das unter der Kurzbezeichnung „CiS“ bekannte Ensemble hat bereits an zahlreichen nationalen und europäischen Wettbewerben teilgenommen. Sein Auftritt am 14. Juni in der Kirche beginnt 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Der Auftakt für das Programm am Sonnabend ab 11.30 Uhr am einstigen Feuerwehrhaus fällt ebenfalls musikalisch aus. Dort machen die „Tollensetaler“ ihre Aufwartung. Zudem gibt es Comedy mit dem Dorfklub aus Alt Plestlin, die Feuerwehr der Gemeinde Tutow und der Motoball-Club Jarmen stellen sich vor. Der Modellbauverein Demmin lässt derweil Boote auf dem Teich kreisen, historische Traktoren rollen an und wer will, kann zur Kremserfahrt aufsteigen. Daneben halten die Organisatoren Extras für die jüngeren Gäste bereit – von Spielen über Schminken bis hin zu Märchen.
Um 19 Uhr beginnt im Festzelt das Abendprogramm. Für die Musik sorgt DJ Bernd, zwischendurch zeigen die „Dancing Angels“ ihr Können. Zu späterer Stunde schließlich folgt der Auftritt einer ganz besonderen Truppe Männer aus dem Dorf: „Die Zemminer Teichschlampen“, deren neueste Choreografie und Anzugsordnung bis zum Schluss geheim bleibt.