WEGEN STAU-CHAOS

▶ Straßenbau-Amt nach Anklam eingeladen

Stau mit kilometerlangen Autoschlangen vor Usedom und kein Ende in Sicht? Die Anklamer Lokalpolitik hat das zuständige Straßenbauamt Neustrelitz nun in die Hansestadt eingeladen.
Eine stundenlange Geduldsprobe für Touristen und Einheimische. Hier stadteinwärts auf der Anklamer Redoute.
Eine stundenlange Geduldsprobe für Touristen und Einheimische. Hier stadteinwärts auf der Anklamer Redoute. Anne-Marie Maaß
Die Autoschlange nahm am Sonntagmittag einfach kein Ende, selbst nicht in Murchin, kurz vor der südlichen Usedombrüc
Die Autoschlange nahm am Sonntagmittag einfach kein Ende, selbst nicht in Murchin, kurz vor der südlichen Usedombrücke. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Wer am Wochenende die Anklamer Peenebrücke überqueren wollte, brauchte starke Nerven. Über Stunden ging dort in beide Richtungen nicht mehr viel: Der Verkehr staute sich in Richtung Usedom teilweise bis weit über Murchin hinaus. Zehn Kilometer Stau und bis zu zwei Stunden Wartezeit waren keine Seltenheit für Urlauber, Einheimische und Anlieger. Die Hoffnungen, dass sich das Problem mit der Baustelle damit noch irgendwie zurecht ruckeln würde, waren nach dem holprigen Start in der vergangenen Woche damit wohl zerschlagen.

Lösung im direkten Gespräch finden

Ohnehin hat sich der Anklamer Ring für Handwerk und Gewerbe bereits sogar an die Ministerpräsidentin gewandt. Die Unternehmer befürchten durch das Stau-Chaos erhebliche Einbußen – und das ausgerechnet nach der harten Corona-Zeit (der Nordkurier berichtete). Nun schaltet sich darüber hinaus auch die Stadtpolitik ein: „Wir finden den Brief okay“, sagt IfA-Fraktionschef Christian Schröder. Dennoch geht er nun mit einem anderen Vorstoß voran. Er hat den Leiter des Neustrelitzer Straßenbauamtes, Jens Krage, persönlich per E-Mail noch in dieser Woche nach Anklam zur Hauptausschusssitzung eingeladen. Im direkten Gespräch ließen sich vielleicht noch eher Lösungen finden.

Denn eines sei nach diesem Wochenende klar, so kann es nicht weiter gehen, sagt Schröder deutlich. Dass gebaut werden muss, sei keine Frage, aber dass Touristen den Raum Anklam großräumig umfahren sollen und Einheimische wie Pendler teils Stunden im Stau stehen, sei kein Dauerzustand, der bis zum Ende des Jahres andauern könne.

„Ich denke etwa an die ganzen Pflegedienste, die ihre Tourenpläne erfüllen müssen, um ihre Patienten zu versorgen“, gibt er nur ein Beispiel von vielen, die unter der aktuellen Verkehrssituation leiden. „Bei der Baustelle an der Eisenbahnbrücke hat es mit einer intelligenten Ampelführung nachher ja auch besser funktioniert“, regt Schröder an. Zumal von einer regen Bautätigkeit an der Brücke bislang noch nicht viel zu sehen sei. „Da stellen sich einige Fragen“, ergänzt er.

Und noch eine weitere E-Mail soll bereits gestern im Postfach des Straßenbauamtschefs gelandet sein: Auch Anklams Bürgermeister Michael Galander (IfA) als Vorsitzender des Hauptausschusses hat Jens Krage am Donnerstag um 16 Uhr eingeladen.

Straßenbauamt bemüht sich um Lösungen

Im Straßenbauamt Neustrelitz ist man derweil bereits auf Fehlersuche. Gerade am Wochenende habe sich eine schwierige Gemengelage ergeben, erklärt Leiter Jens Krage. So gab es nicht nur die Baustelle bei Anklam, sondern auch noch Probleme am Bahnübergang bei Koserow, weshalb das Bluetooth-gestützte Verkehrsleitsystem die Abreisenden von der Insel noch extra auf die Autostrecke über Anklam umgeleitet habe. Das soll künftig nicht mehr passieren, man bespreche bereits Lösungen, versichert er. Hinzu kam dann auch noch ein Unfall südlich von Anklam, der auch dort die Verkehrssituation verschärfte.

[Video]

An der Anklamer Baustelle wurden nun derweil schon einmal die Ampelzeiten optimiert. Gut drei Minuten dauert nun eine Grünphase – eine Minute mehr als noch am Wochenende, das könnte eine entscheidende Entlastung bringen, hoffen die Verantwortlichen. Am Montag sei die Rückmeldung dazu schon recht positiv gewesen, so Krage. In der kommenden Woche sollen zudem noch Verkehrsschilder direkt an der A 20, die Touristen gleich von vornherein eher über Wolgast lenken, um an dem Anklamer Nadelöhr für Entlastung zu sorgen. „Wir haben also schon einige Maßnahmen in Angriff genommen“, sagt Krage.

Auch die Einladung nach Anklam nehme man an: An der Sitzung am Donnerstag werden zwei Vertreter des Straßenbauamtes teilnehmen – ob im direkten Gespräch oder per Videoschalte, sei noch nicht ganz klar.

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Kommentare (1)

Fakt ist, es gibt nur diese Brücke und daran wird sich nix ändern. Eine zweite hat man jahrelang verpennt. Die Urlauber haben
stark zugenommen und haben auch keine neue dabei. Mir tun die Geschäftsleute nördlich der Brücke leid, die müssen diese
Fehlplanung ausbaden
mein Senf ist alle