PEENEROBBEN UND DLRG

Streit um das Schwimmen für Kinder in Vorpommern

Nur ein Hobby oder doch schon Leistungssport? Diese Frage stellen sich einige Eltern aus Vorpommern, nachdem die Trainingspläne für die Kinder in der Anklamer Schwimmhalle verändert wurden.
Die Eltern der Kinder und die Vereinsvorstände der Anklamer Peenerobben und der DLRG-Ortsgruppe Anklam streiten sich um d
Die Eltern der Kinder und die Vereinsvorstände der Anklamer Peenerobben und der DLRG-Ortsgruppe Anklam streiten sich um die neuen Trainingspläne. Anne-Marie Maaß
Vorpommern ·

Der Schwimmsport ist in Anklam eine feste Größe. Nicht nur aus Anklam und Umgebung, sondern aus dem ganzen Landkreis kommen Kinder in die Schwimmhalle der Peenestadt, um ihr Hobby auszuüben. Teilweise feiern die Schwimmer der beiden Vereine Anklamer Peenerobben und DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) Ortsgruppe Anklam landesweite Erfolge.

Doch nun holen Eltern zum großen Rundumschlag aus und kritisieren die beiden im Sommer neu gewählten Vereinsvorstände, die zum großen Teil mit den gleichen Personen besetzt sind. Die ehemaligen Vereinsvorstände indes traten zurück, weil es nach Nordkurier-Informationen intern immer wieder Knatsch gab.

„Andere Städte können ja auch eine Schwimmhalle bauen”

„Leistungsschwimmer um jeden Preis oder nichts“, macht der Torgelower Vater Torsten Hundt, der nach eigenen Angaben viele Eltern vertritt, den neuen Vorständen zum Vorwurf. Für Kinder ab der Klassenstufe fünf sieht der leistungsorientierte Trainingsplan bei den Peenerobben fünf- bis sechsmal die Woche Training vor. Wer da nicht mitzieht, dem bleiben bei den Peenerobben zwei Stunden Breitensport in der Woche. Besonders für Kinder, die auf ihre Eltern angewiesen sind, weil sie nicht aus Anklam kommen, dürfte der wettkampforientierte Trainingsplan schwer zu vereinbaren sein.

„Wir haben uns nach der Mehrheit der Kinder gerichtet“, sagt Vorstandsmitglied Torsten Forberg. „Man bekommt die Interessen aller Eltern nicht unter einen Hut. Wir haben von zwei oder drei Eltern einen Brief erhalten, dass es organisatorisch schwierig umsetzbar ist. Andere Städte können ja aber auch eine Schwimmhalle bauen.“

Leistungsorientiertes Training ist verpflichtend

Dabei wurde den Eltern offenbar deutlich gemacht, dass die Teilnahme an Wettkämpfen verpflichtend ist. „Wir haben das ein wenig unglücklich formuliert“, sagt Forberg, „aber wir hatten auch schon Wettkämpfe, bei denen es kurzfristig Absagen gab und wir schon die Startgelder bezahlt hatten.“

Auch das leistungsorientierte Training scheint zumindest für die Kinder und Eltern, die sich dafür entschieden haben, verpflichtend zu sein. „Weniger ist schwer umsetzbar, weil eine Trainingseinheit auf der anderen aufbaut“, sagt Vorstandsmitglied Patrick Grose.

Training der Peenerobben und DLRG getrennt

Die Eltern kritisieren außerdem, dass die DLRG und damit der Rettungssport aufgrund des leistungsorientierten Trainingskonzepts bei den Peenerobben komplett herunterfällt. „Was dazu führen könnte, dass die letzte Trainerin für die DLRG das Handtuch wirft“, befürchtet Torsten Hundt. Ehrenamtliche Trainerin der DLRG ist Alexandra Berlin, die bis Sommer 2018 auch noch hauptamtliche Trainerin der Peenerobben war, ehe sie zurücktrat.

Mittlerweile heißt der hauptamtliche Trainer bei den Peenerobben Jörg Schiemann. Als Alexandra Berlin noch beide Ämter gleichzeitig innehatte, gab es aus Sicht des neuen Vorstandes keine klare Trennung zwischen den Trainingszeiten der Peenerobben und der DLRG. „Das hätte es so nicht geben dürfen. Es gibt jetzt zwei Trainer und deshalb gibt es auch andere Trainingszeiten“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende bei den Peenerobben, Torsten Forberg.

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