Umstrittene Ferkelzuchtanlage

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Streit um Sauenstall eskaliert

Im Streit um die geplante, aber umstrittene Ferkelzuchtanlage Alt Tellin (Kreis Demmin) ermittelt nach kriminellen Vorfällen jetzt die Polizei.

Unbekannte haben das Haus des Geschäftsführers der Daberkower Landhof AG, Wilfried Kosalla, beschmiert, sagte ein Polizeisprecher gestern in Kruckow bei Demmin. Kosalla erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung. "Das ist kein Spaß mehr", sagte er. Vor zwei Monaten sei versucht worden, eine große Maschinenhalle des Betriebs bei Brook in Brand zu setzen. Die Firma vermutet extreme Tierschützer hinter den Aktionen.

In Alt Tellin ist eine Anlage mit 10 000 Sauen geplant, die Gegnern einer industriellen Tierhaltung und Umweltverbänden seit Monaten ein Dorn im Auge ist. In dem Betriebe sollen jährlich bis zu 250 000 Ferkel aufgezogen werden. Damit wäre sie neben einer Anlage im brandenburgischen Haßleben (Uckermark) eine der größten in Ostdeutschland. Eine Genehmigung steht noch aus.

Gegner des Projektes befürchten Gestank durch Gülle, Lärm sowie Probleme für den Tourismus im Tollensetal. Mit Aktionen, wie der Blockade der Landhof AG, sollte der Betrieb aufgefordert werden, Teilflächen nicht an den Investor der Ferkelaufzuchtanlage, die Straathof Holding Gladau zu verkaufen. "Das ist aber längst passiert", sagte Kosalla. Der Investor habe bereits alle nötigen Flächen bei Alt Tellin erworben, das Gros von der bundeseigenen BVVG. Der Baubeginn für die rund 16 Millionen Euro teure Anlage bei Alt Tellin sei jetzt aber auf Ende 2010 verschoben worden.