Mit dem Event- und Gastronomie-Schiff an Land wären vielfältige Nutzungen möglich.
Mit dem Event- und Gastronomie-Schiff an Land wären vielfältige Nutzungen möglich. Neptun Shipdesign
Auch im Wasser ließe sich das Projekt umsetzen.
Auch im Wasser ließe sich das Projekt umsetzen. Neptun Shipdesign
Als Badeschiff im Wasser hätte die Dömitz Platz für 40 bis 50 Gäste.
Als Badeschiff im Wasser hätte die Dömitz Platz für 40 bis 50 Gäste. Neptun Shipdesign
Bei der Nutzung als Badeschiff müsste bei beiden Varianten noch ein Nebengebäude gebaut werden.
Bei der Nutzung als Badeschiff müsste bei beiden Varianten noch ein Nebengebäude gebaut werden. Neptun Shipdesign
Zehn Ehrenamtliche von insgesamt 40 eingeladenen Gästen aus der Stadtpolitik waren bei der Vorstellung anwesend.
Zehn Ehrenamtliche von insgesamt 40 eingeladenen Gästen aus der Stadtpolitik waren bei der Vorstellung anwesend. Anne-Marie Maaß
Harald Arndt verdeutlichte, worauf es aus Sicht der Fachplaner bei einer Entscheidung ankommt.
Harald Arndt verdeutlichte, worauf es aus Sicht der Fachplaner bei einer Entscheidung ankommt. Anne-Marie Maaß
Bleibt die MS Dömitz ihrem Anklamer Heimathafen in anderer Nutzung erhalten? Die Entscheidung soll im Juni fallen.
Bleibt die MS Dömitz ihrem Anklamer Heimathafen in anderer Nutzung erhalten? Die Entscheidung soll im Juni fallen. Maaß
Badeschiff oder Gaststätte?

Studie zur Zukunft von Anklams letztem Frachtschiff vorgestellt

Kann die MS Dömitz künftig ein Aushängeschild im Anklamer Hafen bleiben? Mit dieser Frage haben sich Schiffbauexperten aus Rostock beschäftigt und nun Vorschläge vorgestellt.
Anklam

Eventgaststätte, Badeschiff, Kulturbühne: Bei der MS Dömitz sind nach wie vor viele Nutzungsmöglichkeiten offen – auf dem Wasser und an Land. Als Handwerkszeug für die Entscheidung, ob das Traditionsschiff mit dem Heimathafen Anklam wirklich von der Stadt erworben werden sollte, liegt den Stadtvertretern nun eine rund 160 Seiten starke Studie vor.

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Diese wurde von Projektleiter Harald Arndt von Neptun Shipdesign den interessierten Ehrenamtlichen aus der Stadtpolitik am Montag zum ersten Mal vorgestellt. Demnach hat die Fachfirma aus Rostock mit mehreren Mitarbeitern insgesamt vier Varianten zur zukünftigen Nutzung untersucht: Ein Badeschiff an Wasser und an Land sowie die Nutzung als Veranstaltungsort und gastronomischer Betrieb ebenso an Wasser und an Land.

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Spätere Finanzierbarkeit im Auge behalten

Harald Arndt verdeutlichte dabei bereits im Vorwort, worauf es aus seiner Sicht ankommt – prinzipiell sei immer alles möglich, wenn man die Kosten außer Acht lässt, sagte er. Bei der Entscheidung und Auswahl des Projektes sollten die Anklamer aber dringend die spätere Finanzierbarkeit der Nutzung im Auge behalten.

Alles in allem liegen alle vier Varianten in der Umsetzung finanziell nicht maßgeblich weit auseinander. So oder so müsste der Schiffskörper für die jeweilige Nutzungsart ertüchtigt werden.

Kosten auf 4,5 bis 5,5 Millionen Euro geschätzt

Dann sei eine Nutzung sowohl als sogenannter Stilllieger im Wasser an der Kaikante als auch als Hingucker an Land am nördlichen Peeneufer möglich. Je nach Nutzung werden die Kosten dafür zwischen 4,5 und 5,5 Millionen beziffert, eine genauere Feinplanung müsste diesbezüglich später weitere Klarheit bringen.

Ein Unterschied lässt sich bei der Nutzung allerdings deutlich in den Gästezahlen ablesen. Während ein Badeschiff mit maximal vier Bahnen wohl gleichzeitig 40 bis 50 Menschen empfangen könnte, liegt die Besucheranzahl eines Gastroschiffes mit Bühne bei rund 135 Personen allein an Deck.

Für Badeschiff weiteres Gebäude nötig

Wobei sich im Untergeschoss an Land noch weitere Nutzungsmöglichkeiten ergeben würden. Bei der Wahl eines Badeschiffes müsse zudem etwa für Toiletten, Waschräume und Umkleiden ein zusätzliches Versorgungsgebäude entstehen, das mit eingerechnet werden muss, so Arndt.

Alle Varianten ließen sich technisch umsetzen – allerdings müsse die Stadtvertretung dabei die spätere Wirtschaftlichkeit im Auge behalten. Nur ein sinnvoller Betrieb sichere Anklam vor einer späteren Investruine, warnte der Experte. Einem Startschuss für das tatsächliche Projekt wäre deshalb erst mit einem durchkalkulierten Nutzungskonzept anzuraten.

Dann habe die Stadt anderseits aus Sicht des Experten mit der MS Dömitz die Möglichkeit, ein echtes Alleinstellungsmerkmal zu schaffen. Motorfrachter dieser Art und in diesem Zustand seien mittlerweile selten. Es könnte sogar ein Denkmal für die Binnenschifffahrt gesetzt werden, führte er aus.

Dauerhaftes Zuschussgeschäft für die Stadt?

Bei den anwesenden neun Stadtvertretern und einem Ausschussmitglied von insgesamt 40 eingeladenen Gästen wurden die Ausführungen am Montagabend durchaus interessiert aufgenommen. Ob sich eine Mehrheit für den Ankauf finden lässt und wenn ja, welche Variante präferiert wird, blieb zunächst offen.

Nur einer der Anwesenden legte sich bereits fest: Friedrich Baumgärtner betonte, dass er weiter strikt gegen das Vorhaben sei. Das liege unter anderem an der fehlenden Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines künftigen Betriebes. Er befürchtet, dass die Dömitz ein Zuschussgeschäft für die Stadt wird. „Jeder Stadtvertreter sollte sich überlegen, ob er so auch mit seinem eigenen Geld handeln würde”, schloss er.

Entscheidung über Kauf im Juni geplant

Bis diese und andere Fragen in der Stadtpolitik umfassend diskutiert werden, sollen noch gut anderthalb Monate vergehen. Im Juni ist der Kaufbeschluss vorgesehen. Bis dahin sollen die Stadtabgeordneten ausreichend Zeit bekommen, sich in die gesamte Studie einzulesen. Dann ist es an ihnen, eine Entscheidung über den Ankauf treffen und sich für eine der beiden Nutzungsarten sowie für die Lage an Land oder im Wasser auszusprechen.

Klar ist, dass mit dem Kaufbeschluss weitreichende neue Aufgaben auf die Stadtverwaltung zukommen würden. So müssten dann parallel die Erarbeitung eines Businessplans und die Suche nach einem möglichen Betreiber laufen, während zeitgleich auch die Fördermittelgewinnung zur Umsetzung des Projektes angeschoben werden muss.

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