HAUSBESITZER

Stück für Stück das eigene Schloss auf dem Lande saniert

Vor 20 Jahren hat Familie Tesch aus Ueckermünde ein arg ramponiertes Schloss gekauft. Und seitdem hat sich viel getan.
Nach der Wende war das Schloss Sophienhof verfallen. Seitdem wurde viel gemacht. Aber auch nach 20 Jahren gibt es noch immer e
Nach der Wende war das Schloss Sophienhof verfallen. Seitdem wurde viel gemacht. Aber auch nach 20 Jahren gibt es noch immer etwas zu tun. ZVG/Diekhoff/NK-Montage
Aufnahme der Ostseite mit Turm vor rund 25 Jahren. Heute ist ein großer Teil der Fassade bereits saniert.
Aufnahme der Ostseite mit Turm vor rund 25 Jahren. Heute ist ein großer Teil der Fassade bereits saniert. ZVG
Diesen Anblick bot das Schloss Sophienhof nach der Wende. Hier die Südseite.
Diesen Anblick bot das Schloss Sophienhof nach der Wende. Hier die Südseite. ZVG
Die Terrasse des Schlosses war zwischenzeitlich komplett zugewuchert.
Die Terrasse des Schlosses war zwischenzeitlich komplett zugewuchert. ZVG
So sieht die Südseite heute aus. Ein Besuch am Wochenende im Rahmen der Veranstaltung „Offene Gärten” lo
So sieht die Südseite heute aus. Ein Besuch am Wochenende im Rahmen der Veranstaltung „Offene Gärten” lohnt sich. Matthias Diekhoff
Sophienhof ·

Vor rund 25 Jahren war das Schloss in Sophienhof schon ganz nah dran an dem, das man eine romantische Ruine nennt. Vieles war bereits mutwillig zerstört worden oder dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. Drum herum war alles zugewuchert. Man hätte glauben können, das Haus sei unrettbar verloren. Doch dann kam alles anders.

Auf der Suche nach etwas Eigenem

Gabi und Henry Tesch waren auf der Suche nach etwas Eigenem in ruhiger Lage, abseits der großen Straßen. Gefunden haben sie schließlich das Schloss im Ducherower Ortsteil Sophienhof. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war es als ein Umbau eines älteren Gebäudes entstanden. Mit Turm, Erker und Balkon hatte es eine fast märchenhafte Anmutung, wie alte Fotos erahnen lassen. „So etwas Große war eigentlich nicht geplant“, erinnert sich Gabi Tesch. Und vielleicht war es ja auch ein bisschen verrückt, das Haus zu kaufen. Aber wie es in solchen Fällen nun mal ist: Manchmal finden Leute Häuser. Und manchmal finden Häuser Leute.

Nach Sophienhof gefunden hat Familie Tesch durch einen Makler. Vor 20 Jahren wurde der Kauf perfekt gemacht. Seitdem kehrt Schritt für Schritt die alte Pracht zurück. Zunächst wurde das Umfeld von Unkraut und Gestrüpp befreit, die das Anwesen überwuchert hatten. Dann begann die Familie aus Ueckermünde sich im Schloss ein paar Räume herzurichten, um dort ständig wohnen zu können.

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Es gab auch Zweifel

2008 zog sie dann ein. Und so ging es immer weiter. Im Winter lang der Schwerpunkt der Tätigkeiten drinnen, im Sommer draußen. Zwar habe es zwischendurch auch Phasen gegeben, wo es Zweifel gab, räumt Gabi Tesch ein und viel gäbe es auch noch zu tun. Aber allein schon der Blick von der Terrasse in den Garten entschädige für einiges.

Materielle Schätze seien im Schloss nicht zu holen gewesen, berichtet Henry Tesch. Allerdings habe er im Gras vor dem Haus Teile des alten Wintergartens gefunden, mit denen er dann wieder ein Gartenhaus gebaut hat, das zu Recht bereits viele Bewunderer gefunden hat.

Schlosspark und Garten

Inzwischen dürften es vielleicht noch ein paar mehr sein, Schlosspark und Garten präsentierten sich Anfang Juni im Rahmen der „Offenen Gärten“. Gabi und Henry Tesch sind sonst oft auch selbst unterwegs gewesen, um sich andere Gärten und Gutshäuser anzugucken und sich davon inspirieren zu lassen. Und so haben dann auch die Pflanzen, die Gabi Tesch von Ueckermünde nach Sophienhof gebracht hat, nach und nach neue Standorte gefunden. Neben abwechslungsreichen Blumenbeeten gibt es nun einen Gemüsegarten und auch der Park ist wieder als solcher zu erkennen.

Vorlagen für die Gestaltung des Gartens hatte sie kaum, erzählt Gabi Tesch. Auf alten Fotos sei nur wenig zu erkennen gewesen. Lediglich das Rondell vor dem Schloss hätte alten Abbildungen nachempfunden werden können. Das sei aber auch nicht weiter schlimm, schließlich entwickle sich so ein Garten ja oft auch erst bei der Gartenarbeit. Bei einer Fläche von einem guten Hektar, die nun zum Schloss gehört, sei das natürlich ohne Unterstützung vor allem aus der Familie kaum zu schaffen, betont Gabi Tesch immer wieder.

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