Unglaublicher Betrug
Teppich-Ganoven zocken Rentnerin ab

Wie ein ganz normaler Teppich plötzlich 50 000 Euro wert sein soll, bleibt das Geheimnis der Gannoven.
Wie ein ganz normaler Teppich plötzlich 50 000 Euro wert sein soll, bleibt das Geheimnis der Gannoven.
Arno Burgi (Symbolfoto)

Als die Handschellen bei der Betrüger-Familie klickten, fiel wohl nicht nur der 74-Jährigen ein Stein vom Herzen, die um Haaresbreite einem Betrug entgangen ist. Doch sie war offenbar nicht das einzige Opfer.

Haben Sie schon einmal von Teppichen gehört, die nach jahrelangem Gebrauch an Wert gewinnen? Richtig, denn dass ein abgenutzter Teppich beim Verkauf mehr einbringt als sein Kauf gekostet hat, klingt verdächtig nach Blödsinn. Dennoch schaffte es eine Familie aus Krefeld in Nordrhein-Westfalen es beinahe, genau das einer 74-Jährigen Dame aus Greifswald weiszumachen.

Die Familie aus Krefeld redete so überzeugend auf die Seniorin ein, dass der Dame der Betrug zunächst nicht auffiel. Sage und schreibe 5800 Euro verlangten die 41-jährige Frau, ihr 42-jähriger Mann und der 25-jährige Sohn die für die Reinigung eines zwei Meter breiten und drei Meter langen Teppichs und zweier weiterer Läufer.  Das Ganoven-Trio sprach rund 50 000 Euro, die die Teppiche wert seien. „Inwieweit sich das für einen in einem schwedischen Möbelhaus gekauften Teppich für 500 Euro und zwei ältere Fischerteppiche erklären lässt, wird wohl das Geheimnis der Beschuldigten bleiben“, berichtet der Anklamer Polizei-Sprecher Axel Falkenberg.

Anzahlung von 1000 Euro verlangt

Die Teppich-Betrüger verlangten eine Anzahlung von 1000 Euro für ihre Dienstleistung. Als die Seniorin in Vorkasse ging, kam ihr die Teppich-Reinigung allerdings eigenartig vor. Sie informierte die Polizei. Die Beamten warteten dann am Donnerstagmittag auf das Ganoven-Trio. Als die Drei dann wieder an der Wohnungstür der Seniorin klingelten, kamen sie nur noch dazu, die gereinigten Teppiche abzuliefern. Bevor sie das Restgeld abholen konnten, klickten die Handschellen.

Offenbar war die Seniorin aus Greifswald nicht das einzige Opfer der Teppich-Betrüger. Bei der Polizei meldete sich am Mittwoch eine Heringsdorferin mit einem ähnlichen Fall. Die Frau gab ihre Teppiche zur Reinigung und soll nun noch 2000 Euro dafür nachzahlen. „Wir gehen davon aus, dass weitere Opfer ähnlich hohe Rechnungen für Teppichreinigungen bezahlt haben“, sagt Axel Falkenberg, Sprecher der Polzeiinspektion Anklam. Wie die Seniorin aus Greifswald und die Heringsdorferin Opfer der Teppich-Masche werden konnten, ist bereits aufgeklärt. Der Kontakt kam über einen Flyer eines angeblichen Händlers für Orientteppiche zustande, der in die Briefkästen verteilt wurde.

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