In und um Greifswald wurde der Vogelgrippe-Virus bei Störchen, einer Gans und einem Seeadler nachgewiesen.
In und um Greifswald wurde der Vogelgrippe-Virus bei Störchen, einer Gans und einem Seeadler nachgewiesen. Stefan Sauer
Geflügelpest

Tierpark muss wegen toter Störche schließen – Vogelgrippe in MV angekommen

Der Verdacht auf Vogelgrippe hat sich bestätigt., im Raum Greifswald wurde der Geflügelpest-Virus nachgewiesen. Landwirtschaftsminister Backhaus rät teils zur Schlachtung.
dpa
Greifswald

Kurz nachdem erste Fälle der Geflügelpest bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein gemeldet wurden, gibt es nun laut MV-Landwirtschaftsministerium den ersten Ausbruch dieser hoch ansteckenden Tierseuche bei einem gehaltenen Vogel im Heimtiertierpark Greifswald.

Drei tote Störche, infizierter Storch und Seeadler

Ein Storch mit unklaren Symptomen wurde im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock virologisch untersucht, nachdem drei dort gehaltene Störche verendet waren.  Am Donnerstag wurde laut Ministerium wurde im Landesamt das aviäre Influenza Virus H5N1 nachgewiesen.  Die weiteren Untersuchungen von Proben des Storches und einer Zwerggans im Nationalen Referenzlabor für Geflügelpest am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems ergaben, dass es sich um das hochpathogene aviäre Influenzavirus des Subtyps H5N1 handelt. Ebenso wurde das Virus dort aktuell in Proben von einem auf der Insel Koos aufgefundenen Seeadler nachgewiesen, heißt es aus Schwerin.

Wegen der Geflügelpest bei verendeten Tieren muss der Tierpark Greifswald in den kommenden Tagen geschlossen bleiben. Es gehe um drei Störche und zwei Gänse, sagte Tierpark-Leiterin Heidi Schönherr am Donnerstag.

Mehr lesen: Wie gefährlich ist die Vogelgrippe aus Russland für MV?

Der Heimtiertierpark in Greifswald ist nun zum wiederholten Mal von der Einschleppung der Geflügelpest betroffen, nachdem dort bereits im Frühjahr 2017 diese hoch ansteckende Tierseuche auftrat.

Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) sagte am Donnerstag: „Die Wissenschaftler des FLI hatten uns gewarnt, dass die Geflügelpest auf dem Vormarsch ist. Nun ist es soweit und wir haben den ersten Nachweis im Land. Ich bitte die Geflügelhalter, jetzt besonders achtsam zu sein und die Biosicherheitsmaßnahmen peinlich genau einzuhalten."

Hierzu gehört laut Backhaus insbesondere, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- oder Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben. Es muss unbedingt verhindert werden, dass das Virus in die Nutztierbestände eingetragen wird.

Backhaus: Geflügelhalter sollten jetzt schlachten

Backhaus betonte, dass das Weihnachtsgeschäftvor der Tür steht und rät daher den Geflügelhaltern, Bestände, die zur Schlachtung anstehen, schon jetzt zu schlachten. Die Partner der Betriebe und ihre Kunden könnten sich frühzeitig mit Geflügel für die Feiertage eindecken. So lassen sich drohende finanzielle Einbußen abwenden,“ sagte .

Im Nachbarland Schleswig-Holstein gab es bereits einen Fall

Landwirtschaftsminister Backhaus hatte erst vor Kurzem vor einer Ausbreitung der Geflügelpest gewarnt. Zuvor hatte es einen ersten bestätigten Fall in diesem Herbst im Nachbarland Schleswig-Holstein gegeben. Dem zurückliegenden Seuchenzug von November 2020 bis Ende März 2021 waren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern knapp 350.000 Tiere zum Opfer gefallen.

Backhaus hatte ihn als schlimmsten Geflügel-Seuchenzug in der Geschichte des Landes bezeichnet. Die Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Die Seuche grassiert insbesondere im Winterhalbjahr und steht somit im engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Vogelzug.

Am Donnerstag wurden weitere Zoos in MV geschlossen, allerdings aus einem anderen Grund: Friedhöfe und Zoos in MV schließen wegen Sturm "Ignatz"

zur Homepage