Tote Tiere in Müllsäcken
Tierquälerei: Die Schafs-Hölle an der Peene

Auf einer Schafskoppel bei Gützkow mussten die Tiere offenbar unsägliches Leid aushalten (Symbolbild).
Auf einer Schafskoppel bei Gützkow mussten die Tiere offenbar unsägliches Leid aushalten (Symbolbild).
NK Archiv

Unterernährt, apathisch, tot in Müllsäcke verpackt: Auf einer Schafskoppel bei Gützkow mussten die etwa 100 Tiere offenbar Höllenqualen durchleiden. Bei einem Schaf beendete die Polizei den Todeskampf durch einen Gnadenschuss. Der Tierhalter streitet die Vorwürfe ab.

Am 28. Dezember bekam die Polizei einen Hinweis, dass sich auf einer Schafskoppel bei Gützkow mehrere apathische, unterernährte, hungernde und ungepflegte Schafe befinden sollen. Einige wären bereits tot und in Müllsäcken verpackt. Vor Ort bot sich den Beamten tatsächlich ein erschütterndes Bild.

Gnadenschuss notwendig

Die Schafe bekamen offensichtlich über Tage nichts zu Fressen und zu Trinken. Zwei tote Tiere lagen mit herausgerissenen Ohrmarken – auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – in einem Müllsack. Zwei weitere tote Schafe lagen auf der Koppel. Ein Polizeibeamter sah sich zudem vor Ort gezwungen, ein Tier durch einen Schuss aus der Dienstwaffe vom Todeskampf zu erlösen.

Das Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Greifswald hat gegen den Eigentümer der Herde mit über 100 Schafen umgehend ein Betreuungsverbot ausgesprochen und die Versorgung der Tiere mit Heu und Wasser auf der Koppel sichergestellt. Die Betreuung der Herde an einem anderen Ort wurde laut Veterinäramt bereits geprüft und war in den nächsten Tagen vorgesehen. Die Kadaver werden in ein Institut nach Rostock gebracht, um sie dort untersuchen zu lassen.

Herde und Umzäunung verschwunden

Die Polizei stellte am Donnerstagmorgen fest, dass die restlichen Tiere der Herde sowie die Umzäunung der Koppel auf „wundersame Art und Weise” verschwunden waren. Wohin ist noch unklar.

Gegen den 52-jährigen Tierhalter aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald wurde eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen. Die Vorwürfe wegen schlechter Ernährung und Pflege der Tiere bestreitet er. Ihm droht eine Geldstrafe bis zu 25.000 Euro, beim Nachweis der unzulässigen Tötung von Tieren eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Der Mann ist für die Polizei kein Unbekannter. So ließ er seine Tiere bereits widerrechtlich auf fremden Flächen weiden, woraufhin Anzeigen erstattet wurden.