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Tod beim Gassigehen

Roland Jarling steht noch ins Gesicht geschrieben, was passiert ist. Er und seine Frau Eveline Schulz müssen erst mal verarbeiten, dass ihr Dackel nicht mehr lebt.
Roland Jarling steht noch ins Gesicht geschrieben, was passiert ist. Er und seine Frau Eveline Schulz müssen erst mal verarbeiten, dass ihr Dackel nicht mehr lebt.
Gabriel Kords

Ganz geheuer waren Roland Jarling die beiden riesigen Bernhardiner nie, an denen er jeden Tag beim Gassigehen mit seinem Dackel vorbeikam. Jetzt bissen sie seinen Dackel tot.

Jeden Tag sind Roland Jarling und sein dreijähriger Dackel „Wuschel“ durchs Dorf gelaufen – morgens, mittags und abends. Es gab die große Dorfrunde und die kleine, und immer sind Jarling und Wuschel bei zahlreichen anderen Hunden vorbeigekommen: Fast auf jedem Grundstück in Schwerinsburg gibt es einen, „und nie hat es Probleme gegeben“, sagt Jarling: „Natürlich wurde auch mal gebellt, aber so ist das nun mal mit Hunden.“

Nur die beiden Bernhardiner, die ein Schwerinsburger seit zwei Jahren besitzt, die haben schon öfter Probleme gemacht: „Seit die ausgewachsen sind, hatte ihr Bellen immer etwas Bedrohliches. Und die sind auch öfter mal vom Grundstück runtergerannt“, sagt Jarling. Immerhin: Mit Dackel Wuschel gab es bisher keine Probleme.

Aber jetzt ist Wuschel gestorben, die beiden wild gewordenen Bernhardiner haben ihn totgebissen. Warum die beiden Hunde, ein Rüde und eine Hündin, dieses Mal auf die Straße rannten und Roland Jarling und seinen Dackel anfielen – das kann sich Jarling auch nicht so ganz erklären. „Offenbar hatten die beiden ihr Herrchen zum vorderen Teil des Grundstücks begleitet“, sagt Jarling. Als die Hunde auf die Straße rannten, nahm Jarling Wuschel reflexartig auf dem Arm, aber er konnte ihn nicht beschützen. „Von vorne und hinten haben mich die Hunde angesprungen, einer hat nach Wuschel gebissen, den habe ich weggeschlagen. Da hat er beim nächsten Mal mich gebissen.“ Obwohl Jarling den Dackel nicht loslässt: Er kann ihn nicht retten. Kurze Zeit später stirbt das Tier, noch bevor ein Tierarzt nach ihm sehen kann. Jarling, blutüberströmt, muss sich im Anklamer Krankenhaus versorgen lassen.

Seinen Dackel hat Jarling am selben Abend im Garten beerdigt, eingewickelt in seine Lieblingsdecke. Am Abend saßen er und seine Frau mit der Familie zusammen: „Wir haben alle geweint.“