BURG KLEMPENOW

Todesurteil für Fachwerkkapelle in Klempenow

Die historische Fachwerkkirche von Klempenow ist wohl nicht mehr zu retten. Das auf einer Torflinse stehende Gotteshaus neigt sich. Eine Sanierung der Burgkapelle würde zu viel Geld verschlingen.
Die fast 330 Jahre alte Fachwerkkirche der Burg Klempenow wird einstürzen. Sie steht auf instabilem Grund und neigt sich.
Die fast 330 Jahre alte Fachwerkkirche der Burg Klempenow wird einstürzen. Sie steht auf instabilem Grund und neigt sich. Geld für die mindestens 700.000 Euro teure Sanierung fehlt. Sebastian Kühl
Klempenow.

Lange Zeit haben die Mitglieder des Kirchenkreisrates in Weitenhagen diskutiert, wie man die kleine Kapelle in Klempenow an der A20 doch noch retten könnte. Doch am Ende sahen sie keine Chance.

Nach einem Gutachten einer Baubeauftragten wurde die zum Ensemble der historischen Burg Klempenow gehörende Fachwerkkirche 1690 in der Nähe der Tollense auf einer Torflinse errichtet, die nach den übermäßigen Regenfällen 2017 und den beiden Trockenjahren 2018 und 2019 im Bewegung geraten ist. Die Folge sei, dass der Baugrund in Bewegung geraten sei und die Kirche sich deutlich setze und neige.

Kirchturm soll entfernt werden

Um Zeit zu gewinnen, soll noch in diesem Herbst der kleine Kirchturm entfernt werden, um das Gebäude zu entlasten. Die Kosten werden auf 100.000 Euro geschätzt. „Damit könnte jedoch nur kurzfristig der Einsturz der Kirche verhindert werden“, sagte Kirchensprecher Sebastian Kühl.

Um das Gotteshaus dauerhaft zu retten, wären aufwändige Pfahlgründungen bis in eine Tiefe von zwölf Metern erforderlich, um unterhalb der beweglichen Torflinse eine Bauplatte anzulegen. Dafür müsste die Fachwerkkonstruktion komplett zerlegt und anschließend wiederaufgebaut werden. Die Kosten dafür würden sich auf 700.000 Euro belaufen.

Eine schmerzhafte Enttäuschung

Der Kirchenkreisrat habe der zuständigen Kirchgemeinde Hohenmocker-Daberkow empfohlen, die Kirche aufzugeben, sagte Kühl. „Das ist äußerst schmerzhaft und eine große Enttäuschung, doch wir sehen keinen Spielraum, um in diesen gewaltigen finanziellen Größenordnungen zu unterstützen.“ Auch die vom Land in Aussicht gestellten Mittel würden nicht für eine Sanierung ausreichen.

Im pommerschen Kirchenkreis gibt es fast 500, zum Teil sehr alte und marode Kirchen und Kapellen. Für ihren Erhalt stehen laut Kirchenhaushalt pro Jahr nur weniger als zwei Millionen Euro zur Verfügung.

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