Tier-Hass

Totes Kalb im Bauschutt

"Das ist eine Riesensauerei", sagt Amtstierarzt Rainer Wölk. Ein Unbekannter hat am Waldrand nahe Tramstow nicht nur seinen Schutt und Asbest entsorgt, auch der Kadaver eines Kälbchens steckte im Müll. Jetzt ermittelt die Polizei.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Die Hinterbeine eines toten Kalbs gucken aus dem Schutthaufen.
Die Hinterbeine eines toten Kalbs gucken aus dem Schutthaufen. Oliver Wunder
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Tramstow.

Das kleine Wäldchen kurz vor dem Tramstower Ortseingangsschild sieht von außen noch recht beschaulich aus. Das Gras ist satt grün. Nadelbäume säumen den Waldweg. Rechts und links vom Weg jedoch ist die Idylle schnell dahin. Müll stapelt sich gleich haufenweise. Ein alter Ost-Mopedhelm, ein Plüschpapagei, Eimer, Kassetten, Gummistiefel ... die Auswahl scheint nahezu unbegrenzt. Doch erst am Feldrand wird es richtig gruselig: Bauschutt, kaputte Ziegelsteine, Asbest und die Hufe eines toten Tieres. Aus dem Schutthaufen schauen zwei Beine hinaus, auch das braune Fell am Rücken ist unter Dreck und Staub noch zu erkennen. Das Bild, das sich hier in Sichtweite der Tramstower Häuser abzeichnet, ist nicht nur gruselig, sondern vor allem ein Skandal: Rechtens ist das alles nicht.

Doch wer hat hier illegal den Tierkadaver und das giftige Asbest entsorgt? Das beschäftigt jetzt auf jeden Fall die Behörden. Umweltamt und Veterinäramt leiteten bereits Maßnahmen ein. „Das zieht eine ganze Reihe von Ermittlungen nach sich“, kündigte Kreissprecher Achim Froitzheim bereits an.

Polizei versucht, Tierhalter zu ermitteln

Als Amtstierarzt Rainer Wölk dann am Ort des Geschehens eintraf, war schnell klar: Das tote Tier war tatsächlich ein knapp 70 Kilogramm schweres Kalb. Eine Ohrmarke war nicht vorhanden. Auch die Kriminalpolizei traf kurz darauf in Tramstow ein. Derzeit versuche man den Halter zu ermitteln, hieß es von der Polizei. Der Kadaver wurde derweil beseitigt und soll von einer Fachfirma entsorgt werden. Doch nicht nur wegen des toten Tieres wird jetzt ermittelt. Auch der Bauschutt und die Wellasbest-Reste gehören keineswegs an den Waldrand. Und genau das kann für den Verursacher ziemlich teuer werden. „Das Asbest muss von einem Fachbetrieb entfernt werden. Und wird natürlich eigens entsorgt“, so Kreissprecher Achim Froitzheim. „Das ist egoistisches Verhalten und geht am Ende zunächst zulasten aller Steuerzahler.“ Doch wird der Verursacher ermittelt, kann sich der Spieß schnell umdrehen. „Bis zu 50 000 Euro Strafe sind schnell erreicht“, so Froitzheim.

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