MERKWÜRDIGE ZAHLEN

Tourismus-Rätsel auf Usedom und Rügen

Laut neuer Zahlen für den Rekord-Sommer verfestigt sich der Trend, dass die Gästezahlen auf den Inseln Usedom und Rügen nicht steigen – anders als im Rest von Mecklenburg-Vorpommern. Woran liegt das?
Gabriel Kords Gabriel Kords
Ist der Stau - hier bei Usedom - schuld daran, dass die Urlauberzahlen kaum noch wachsen?
Ist der Stau – hier bei Usedom – schuld daran, dass die Urlauberzahlen kaum noch wachsen? Stefan Sauer / Archiv
Schwerin.

Der Sommermonat August hat in Mecklenburg-Vorpommern für einen kräftigen Zuwachs in der Tourismusbranche gesorgt, frohlockt das Schweriner Wirtschaftsministerium. Minister Harry Glawe (CDU) teilt mit: „In diesem Monat kam alles zusammen: Tolles Wetter, kaum freie Betten und volle Strände.” Allein im August konnte M-V den Angaben zufolge bei den Ankünften ein Plus von 11,0 Prozent (1,14 Millionen Ankünfte) und bei den Übernachtungen einen Zuwachs von 9,7 Prozent (5,42 Millionen Übernachtungen) gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen.

Übernachtungen auf Usedom und Rügen

Interessant ist allerdings: Während es fast überall deutliche Steigerungen gab – an der Mecklenburgischen Ostseeküste etwa plus 6 Prozent bei den Ankünften –, gingen ausgerechnet auf den beiden Insel-Regionen Usedom und Rügen/Hiddensee die Zahlen weiter zurück beziehungsweise stagnierten. Auf Rügen kamen 0,5 Prozent weniger Urlauber an als im August des Vorjahres. Diese blieben mit +0,6 Prozent Übernachtungen allerdings geringfügig länger. Auf Usedom stagnierte die Zahl der ankommenden Urlauber (0,0 Prozent), die Übernachtungszahl stieg geringfügig um 1,1 Prozent. Damit setzt sich ein Trend aus den Vormonaten weiter fort.

Woran die Zurückhaltung ausgerechnet bei den beiden touristischen Hotspots im Land liegt, darüber lässt sich zunächst nur spekulieren. Entweder sind die beiden Inseln einfach voll – und konnten daher nach einem erfolgreichen Jahr 2017 kein weiteres Wachstum mehr erzielen. Oder die massiven Verkehrsprobleme (Achtung Staustellen: Evakuiert die Insel Usedom) bei Straße und Bahn in diesem Jahr zollten ihren Tribut.

Mehr ausländische Gäste

Im Landesschnitt gewachsen ist auch die Zahl ausländischer Gäste – und zwar um 6,3 Prozent bei Ankünften beziehungsweise um 7,5 bei den Übernachtungen. „Die Zuwächse kamen vor allem von Gästen aus den Niederlanden, sowie der Schweiz und Österreich”, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe: „Ziel ist es, in den Quellmärkten weiter intensiv zu werben. Unser Land muss international noch bekannter werden, um mehr Gäste aus dem Ausland für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern.“

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Kommentare (1)

Es liegt nicht nur an den Verkehrsproblemen sondern auch an den Preisen in besagten " Hotspots". Man muss gar nicht nach Sylt fahren um zu urlauben. Nein, ein Kurztrip nach Rügen reicht schon um Sylter Flair kennenzulernen. Irgendwann kommt der Punkt wo der Normalverdiener ebend einen großen Bogen um diese Orte macht einfach aus Kostengründen. Rügen und Usedom sind ebend nicht die Türkei oder Bulgarien. Sicher spielen die Lohnkosten, Energiekosten usw usw eine große Rolle bei den Endpreisen. Aber ab einem gewissen Punkt macht das eigene Budget einfach nicht mehr mit und es wird nach günstigen Alternativen gesucht. Dann fliegt man ebend ins Ausland.