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Unbekannte urinieren auf Kandidaten

Aggressiver Auftakt in den Wahlkampf: Unbekannte haben in der Pasewalker Straße in Anklam alle Wahlplakate bis auf die der NPD zerstört, teils sogar darauf uriniert. Politiker fürchten Schlagzeilen, der Staatsschutz ermittelt.

Zerstörtes Wahlplakat
Gabriel Kords Ein zerstörtes Großplakat des Kandidaten Matthias Lietz

Christian Bartelt, FDP-Direktkandidat für den Bundestag, bekam gehörig die Wut, als er von dem Vorfall auf der Pasewalker Allee in Anklam erfuhr: Auf der Straße haben Unbekannte so gut wie alle Wahlplakate zerstört, auf manche sogar noch uriniert – ein hoher Schaden für den FDP-Mann aus Spantekow.

Am heftigsten hat es allerdings nicht Bartelt, sondern den CDU-Herausforderer Matthias Lietz getroffen. Der hat an der Pasewalker Allee nämlich auch ein Großplakat aufstellen lassen, das jetzt aus zwei Teilen besteht. Anders als die kleineren Plakate an Laternen, die meist Parteimitglieder selbst anbringen, werden die Großplakate für teures Geld von Spezialfirmen aufgestellt.

Weil an der Straße merkwürdigerweise einzig und allein die NPD-Plakate „überlebt“ haben vermutet nicht nur Lietz einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat. Es sei „widerlich“, dass die Nazis einerseits das demokratische System ausnutzten und gleichzeitig zerstörerisch dagegen vorgehen.