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Und noch eine Medaille für tolle Wurst

Ein ganzer Korb voller medaillengeschmückter Produkte: Hartmut Krüger, Chef der Anklamer Fleisch- und Wurstwaren, ist stolz auf die zahlreichen Auszeichnungen, die seine Mitarbeiter für ihre Arbeit einheimsen. [KT_CREDIT] FOTO: Veronika Müller

VonVeronika MüllerSie sind Weltmeisterim Einsammeln von Qualitätsmedaillen:Die Anklamer Fleisch- und Wurstwaren-Hersteller. Jetzt haben sie erneut ...

VonVeronika Müller

Sie sind Weltmeister
im Einsammeln von Qualitätsmedaillen:
Die Anklamer Fleisch- und Wurstwaren-Hersteller. Jetzt haben sie erneut zugeschlagen und für ihre Würste allein siebenmal Gold eingeheimst.

Anklam/Relzow.„Da hängen sie alle.“ – Stolz zeigt Hartmut Krüger, Geschäftsführer der Anklamer Fleisch- und Wurstwaren GmbH, auf die Urkundenwand. Siegel in Gold, Silber und Bronze zeugen von der jüngsten internationalen Qualitätsprüfung, bei der die Anklamer wieder einmal ordentlich abgeräumt haben. Rinds- und Wildacker, Filet- und Lungwurst, Wiener, Bierschinken mit Kapern und Paprika-Lyoner sind in diesem Jahr die Spitzenreiter, die den Tester offenbar am besten schmeckten. Für andere Produkte gab es außerdem noch viermal Silber und dreimal Bronze.
Das Geheimnis dieses Erfolgs? Krüger zuckt gelassen die Schultern und lächelt: „Gute Rezepte, verlässliche Zulieferer und regelmäßige Qualitätskontrollen im eigenen Haus.“ Und noch etwas ist dem Chef des Hauses wichtig: Mitarbeiter, die ihr Geschäft verstehen und mit Leib und Seele ihren Job machen. Insgesamt 84 sind es mittlerweile, davon 28 Lehrlinge. „Da sind wir sehr hinterher, dass die Auszubildenden den Beruf wirklich von der Pike auf lernen und obendrein in allen Sparten eingesetzt werden. Davon profitieren wir natürlich in erste Linie, weil wir auf den eigenen Nachwuchs setzen. Aber auch die jungen Leute haben etwas davon, wenn sie woanders ihr Glück versuchen.“
Doch dabei plagt Krüger ein spezielles Problem. Der Markt ist dünn geworden, gute Schulabgänger Mangelware. Darum wurde jetzt dazu übergegangen, die künftigen Lehrlingen eine Woche lang zum Probearbeiten einzuladen. „So sehen wir, ob sie für den Beruf geeignet sind. Und die ,Neuen‘ wissen, worauf sie sich einlassen.“ Das senkt die Quote der Abbrecher ungemein.
Als einen weiteren Aspekt für das „Dauerabonnement“ Qualität nennt Krüger unter anderem das Festhalten an durchaus bewährten Rezepten, die zwar immer wieder dem Zeitgeschmack entsprechend aufgepeppt werden, aber im Grundgeschmack sich an herkömmliches orientieren. „So ist das zum Beispiel mit der Bockwurst. Die wird bei uns wie eh und je mit einem Rindfleischanteil gemacht. Das hat sich bewährt, wir bleiben dabei.“
Der Erfolg gibt den Wurstmachern offenbar recht. Täglich verlassen zwischen acht und zwölf Tonnen Bockwürste und Wiener die Produktionshallen in Relzow. Wenn die Grillzeit so richtig auf Touren läuft, haben die Bratwürste Hochkonjunktur. Bis zu vier Tonnen am Tag rollen dann vom Band. Und ein Phänomen ist Krüger und seinen Leuten aufgefallen: Kasseler – eigentlich ein klassisches Wintergericht – geht hier das ganze Jahr gut. Ob das an der speziellen Qualität der Relzower liegt, vermag er nicht genau zu sagen. „Aber das wir das uns gutschreiben, ist ja wohl legitim.“
Fakt dagegen ist, das die Vorpommern wieder auf den „alten“ Geschmack gekommen sind. „Ich habe in Stralsund ein Buch mit Rezepten aus der vorpommerschen und ostpreußischen Küche entdeckt. Darin gibt es auch ein altes Rezept für Tollatsch. Das will ich demnächst ausprobieren“, verrät Krüger. Und wer weiß, vielleicht ist ja ein neuer Kandidat für die nächste Goldmedaille.

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v.mueller@nordkurier.de