Die Uni-Medizin beschäftigt gut 4000 Mitarbeiter, knapp 300 von ihnen seien nicht gegen Corona geimpft oder es läge
Die Uni-Medizin beschäftigt gut 4000 Mitarbeiter, knapp 300 von ihnen seien nicht gegen Corona geimpft oder es läge kein entsprechender Nachweis vor. Stefan Sauer
Impfpflicht

Uni-Klinik Greifswald – fast 300 Mitarbeiter ohne Impfung

Ab nächster Woche soll die Corona-Impfpflicht an Kliniken gelten. Die Lage am Uni-Klinikum in Greifswald ist ohnehin angespannt. Nun könnte weiteres Personal wegbrechen.
Greifswald

Die aktuelle Corona-Welle führt zu immer neuen Rekord-Inzidenzen. Doch auf den meisten Intensivstationen liegen weniger Corona-Patienten als noch vor einigen Monaten. Die Lage an der Uni-Klinik in Greifswald ist dennoch angespannt. Wer glaube, Corona sei nun weniger gefährlich, der liege falsch. Allein am Sonntag seien sechs infizierte Menschen in Greifswald gestorben, so Pressesprecher Christian Arns gegenüber dem Nordkurier.

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Engpässe bei Personal und Technik

Aktuell würden in Greifswald 74 infizierte Menschen wegen Corona behandelt, darunter sechs Kinder, wie Arns am Dienstag bestätigte. Auch der Stand von Mitarbeitern die direkt oder indirekt von einer Infektion oder Quarantäne betroffen seien, steige weiter. Zuletzt war die Rede davon, dass beinahe jeder fünfte Mitarbeiter ausfalle.

Die Belastung für das von Ausfällen betroffene Personal sei riesig. Extrem gefordert seien auch die Beschäftigen in den Testzentren. Allein am Montag habe die Mikrobiologie der Unimedizin 969 PCR-Tests untersucht, so viele wie noch nie an einem Tag. Für Entlastung soll jetzt ein neuer, rund 250  000 Euro teurer Vollautomat zur molekularen Diagnostik sorgen, der vom Land finanziert wird. So könnten mehrere Hundert Proben zusätzlich pro Tag untersucht werden.

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Impfpflicht greift ab nächster Woche

Die Politik hält derweil an den Impfvorschriften für bestimmte Berufsgruppen fest, die ab dem 15. März greifen soll. Dann müssen Arbeitgeber unter anderem in Krankenhäusern und Pflegeheimen ungeimpfte Mitarbeiter an die Gesundheitsämter melden. Dort sollen dann Betretungsverbote ausgesprochen werden. Vieles an der Umsetzung ist noch unklar.

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Sicher scheint derzeit aber, dass dies auch viele Mitarbeiter der Uni-Medizin Greifswald betreffen wird. Derzeit seien noch etwa sieben Prozent aller Beschäftigten nicht geimpft beziehungsweise deren Impfstatus sei unklar, so Arns. Die Universitätsmedizin beschäftigt nach eigenen Angaben rund 4000 Mitarbeiter. „Unsere Hoffnungen, dass wir mit dem neuen, proteinbasierten Impfstoff Novavax die Impflücke schließen könnten, haben sich bislang noch nicht erfüllt. Aber wir setzen trotzdem weiter auf Nachimpfungen.“ Der gesetzlichen Verpflichtung, die betreffenden Mitarbeiter zu melden, werde man nachkommen, versicherte Arns. Bislang sei aber noch unklar, ob, wie schnell und in welchem Umfang anschließend durch das Gesundheitsamt Beschäftigungsverbote verhängt würden.

 

 

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