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Unsere Schulbücher kommen schon wieder aus dem Westen!

Schulbücher braucht jede Schule des Landkreises: Der Großauftrag zur Belieferung ging auch dieses Jahr wieder in den Westen.
Schulbücher braucht jede Schule des Landkreises: Der Großauftrag zur Belieferung ging auch dieses Jahr wieder in den Westen.
Achim Scheidemann/dpa-Archiv

Viel war lamentiert worden darüber, dass der Kreis die Schulbücher für seine Schulen von großen Firmen aus der Ferne liefern lässt anstatt von heimischen Buchhändlern. Doch trotz aller Kritik: Auch in diesem Schuljahr kommen nur Firmen aus Berlin, Hamburg und Bayern zum Zug. Unsere Buchhändler schäumen.

Dass der Kreisverwaltung die Sache auch nicht angenehm ist, daraus macht Kreis-Sprecher Achim Froitzheim keinen Hehl: "Aber wir müssen uns nun mal an die Gesetze halten." Und im Gesetz steht: Der Kreis muss den Kauf seiner Schulbücher ausschreiben, deutschlandweit. Dann kann jeder Buchhändler ein Angebot machen. Und dann kommt der billigste Anbieter zum Zug. Weil die Schulbücher aber durch die Buchpreisbindung überall gleich viel kosten, muss am Ende gelost werden. Ziemlich sinnlos - aber gesetzlich vorgeschrieben.

Bei der Auslosung sind Buchhändler aus dem Landkreis auch in diesem Jahr nicht zum Zug gekommen. Stattdessen haben Firmen aus Berlin, Bayern und Hamburg den Zuschlag für die drei Teilaufträge (Gesamt-Volumen 170 000 Euro) bekommen. Mindestens eine von ihnen ist auf Großaufträge wie den vom Kreis spezialisiert.

Der Kreis hatte schon vor Wochen betont, man habe sich Mühe gegeben, die Ausschreibung extra so formuliert zu haben, dass es lokale Buchhändler besonders leicht haben: So gab es in dem Verfahren etwa Pluspunkte für schnelle und persönliche Betreuung der Schulen. Außerdem hatte der Kreis dafür gesorgt, dass über die Ausschreibung nicht nur im Bundesgesetzblatt, sondern auch in lokalen Medien informiert wurde.

Das Los entscheidet

Doch das hat alles nicht gereicht: Die Angebote der Buchhändler, mindestens drei aus dem Kreis gab es, waren wenn nicht schlechter, dann allenfalls gleich gut wie die der überregionalen Bewerber. "Und daher blieb uns nichts anderes übrig, als zu losen", sagt Achim Froitzheim.

Doch wie kann es dann sein, dass Städte wie Anklam oder Ueckermünde die Ausschreibungen für ihre städtischen Schulen seit Jahren so abwickeln, dass am Ende die örtlichen Buchhändler zum Zug kommen? Darüber schweigt sich der Landkreis lieber aus. Der indirekte Vorwurf, auch wenn ihn niemand formulieren will, lautet aber: Bei den Ausschreibungen der Städte geht es womöglich nicht mit rechten Dingen zu.