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Geht es nach dem Unternehmerverband aus Vorpommern, kommt das Erdgas für Deutsche Unternehmen auch weiter aus Russland – je mehr, je besser. Jens Büttner
Erdgas-Pipeline

Unternehmer fordern Öffnung von Nord Stream 2

Egal was passiert, das Gas darf nicht ausgehen. Vorpommerns Unternehmerverband wäre russisches Erdgas über Nord Stream 2 deutlich lieber, als Experimente mit LNG-Terminals.
Lubmin

Gerade laufen die Gespräche über Vorpommerns Rolle beim Flüssiggas-Import, da kommt deutliche Kritik an dem Vorhaben aus unerwarteter Richtung. Der Chef des Unternehmerverbands Vorpommern kritisiert den geplanten Bau von gleich zwei LNG-Terminals in Lubmin.

Hier geht es zum gesamten Interview mit Gerold Jürgens

Risiko beim Flüssiggas-Import

„Wir wollen Flüssiggas mit Schiffen nach Deutschland importieren und wissen noch nicht mal, was das kosten wird. Es gibt keinen Preisvergleich, keinen Wettbewerb, der verhindern würde, dass die Preise immer weiter steigen”, sagt Gerold Jürgens im Interview mit dem Nordkurier. Zumal der Firmenchef eine viel bessere Möglichkeit sieht.

Doch noch Erdgas aus Russland?

Die fertig gebaute Pipeline Nord Stream 2 sollte, so Jürgens, doch noch in Betrieb gehen. „In unserem Vorstand haben sich alle bislang von mir dazu befragten Mitglieder eindeutig auch dafür ausgesprochen”, sagt er. Die Genehmigung hatte die Bundesregierung nicht erteilt, nach dem der potenzielle Erdgas-Lieferant Russland den Krieg gegen die Ukraine begonnen hatte.

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Gas direkt abzapfen

In keinem Fall, so Jürgens, dürfe man riskieren, dass den deutschen Unternehmen das Gas ausgehe. Und dabei bringt er noch einen Aspekt ins Gespräch, der sich im Härtefall für die Betriebe in Vorpommern als Standortfaktor erweisen könnte. „Im Unterschied zu Nord Stream 1, wo das Gas direkt weitergeleitet wird, verfügt Nord Stream 2 auch über Möglichkeiten, direkt in Lubmin Gas abzuzapfen.”

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Kommentare (1)

Erst einmal bedarf es der bisherigen, vollständigen Gasdurchleitung der bestehenden Pipelines Nordstream 1 und Drushba (Schwedt), wenn nicht staatstragende Flüssiggas-Experimente Wirtschaft und Lebensniveau gefährden sollen. Wieso in der derzeitigen Situation die Gasdurchleitung über Nordstream 2 erfolgen solle, erschliesst sich nicht. Dass regionale Unternehmen bzw. ein Bundesland direkt Gas von Nordstream 2 abzweigen wollen, hat schon einen grotesken Geschmack á la russisch-ukrainischen Gaskonflikt zur Jahreswende 2008/2009, als die Ukraine im Streit mit Russland mit Gasblockade der Durchleitung nach Europa reagierte. Kleine Nebeninfo: die russische Sojus-Gaspipeline für Südosteuropa ist seit dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine von der Ukraine stillgelegt. Grundsätzlich ist Krieg immer höchstmöglicher Ausnahmezustand. Der Überfall Russlands auf die Ukraine ist zu verurteilen, wie auch die Erpressungsversuche der Ukraine, Europa mit Gasdurchleitungsprobleme zu mehr militärischen Engagement für die Ukraine zu bewegen.