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Usedom ist von Kopf bis Fuß auf die Dietrich eingestellt

Mit einer Hommage an eine große deutsche Diva startet das Chapeau Rouge mit „Marlene“ in die neue Saison.  FOTO: Sandra Grüning

VonSandra GrüningSie war Deutschlands schillerndste Diva: die große Marlene Dietrich. Mit einer Hommage an die Sängerin startet das Theaterzelt Chapeau ...

VonSandra Grüning

Sie war Deutschlands schillerndste Diva: die große Marlene Dietrich. Mit einer Hommage an die Sängerin startet das Theaterzelt Chapeau Rouge in seine neue Spielzeit.

Heringsdorf.Sie schnoddert wie eh und je in ihrem unverkennbaren Berliner Dialekt, erzählt von Abenteuern, Amouren, großen Auftritten. „Marlene“ ist wieder da, macht sich für die Bühne des Berliner Titania-Palastes zurecht. Nicht jeder hatte sie bei ihrer Rückkehr nach Deutschland mit offenen Armen empfangen. Unsicherheit und Zweifel tauchen aus den Tiefen ihres Garderobenspiegels auf. Aber sich ihnen hingeben? Nein! So lange es eine Frau wie die kleine Garderobiere gibt, die jedes noch so winzige Stück Stoff, dass die Marlene einmal getragen hat, anhimmelt, wird sie einen Teufeln tun, sich von diesen Nörglern und Neidern unterkriegen zu lassen.
„Sich mit den goldenen
20ern zu beschäftigen, hat süchtig gemacht“, gesteht Regisseur Jürgen Kern von der Vorpommerschen Landesbühne. Er ist hin und weg von der Hommage an die Diva „Marlene“ von Pam Gems, mit der am 1. Juni das Chapeau Rouge in seine neue Saison startet. In dem Stück geht es um einen der letzten Auftritte von Marlene. 25 Mal steht es in den kommenden drei Monaten auf dem Spielplan.
Während andere Theater an die Sommerpause denken, geht‘s bei der Landesbühne erst los.„Vineta“ in Zinnowitz, „Don Quichote“ in Barth, „Noch ein Ding drehn“ in Usedom, „Keine Leute, keine Leute!“ in Greifswald, „Die Peene brennt“ in Anklam und das Chapeau Rouge – So viele Spielstätten bietet kein anderes Theater“, sagt Intendant Wolfgang Bordel und freut sich, dass er, trotz des finanziellen Hinhaltens von Schwerin, auch im 21. Jahr ein vielfältiges Programm auf die Beine bekommen hat.

Die Verrücktheiten der Welt in Spaß umwandeln
Neben „Marlene“ stehen „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“, das Freche Küsten Kabarett mit ihrem „Alles muss raus!“, die „Pension Schöller“, „König Drosselbart“ und „Pinocchio“ auf dem Spielplan. Insgesamt 107 Vorstellungen. „Alles Stücke, die die Verrücktheiten der Welt in positive Energie umwandeln. Die zeigen, dass wir besseres Theater machen als die Politiker auf ihrem Wahlkampf“, lacht Bordel.
Zahlreiche Gäste kommen ins Chapeau Rouge. UsedomLiebhaber Wladimir Kaminer reist mit neuen Texten direkt von seiner kaukasischen Oma an. Bestseller-Autor Timur Vermes präsentiert die Hitlersatire „Er ist wieder da“. Veronika Fischer liest aus ihrer Autobiografie. Die Kabarett-Altmeister der „Herkuleskeule“ kommen. Und sogar die „Polizeiruf“-TV-Rentner Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler geben sich die Ehre. „Wir haben die dritte Generation Zuschauer bei uns. Jährlich verzeichnen wir knapp 9000 Besucher. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir auch die nächsten 20 Jahre fortschreiben“, sagt Bordel.

Premiere von „Marlene“ am 1. Juni um 19.30 Uhr im Chapeau Rouge. Kartenservice: 03971 208925. Infos unter www.chapeau-rouge.de.