CORONA-KRISE

Väter können in Anklam weiterhin bei Geburt dabei sein

Eine Geburt an sich ist schon eine außergewöhnliche Situation für alle Beteiligten. Erst recht unter den gegenwärtigen Umständen. Auf der Geburtenstation des Anklamer Krankenhauses ist man daher trotz Corona-Krise um so viel Normalität wie möglich bemüht.
Hebamme Kristin Lüdtke (links) und die Hygieneverantwortliche der AMEOS Klinika, Yvonne Hartmann, auf der Entbindungsstat
Hebamme Kristin Lüdtke (links) und die Hygieneverantwortliche der AMEOS Klinika, Yvonne Hartmann, auf der Entbindungsstation des Anklamer Krankenhauses. Matthias Diekhoff
Anklam.

Es gibt Dinge, die lassen sich nicht verschieben. Die Geburt eines Kindes zum Beispiel. Daher soll auf der Geburtenstation des Anklamer AMEOS Klinikums auch alles so normal wie möglich weiter laufen, versichert Chefarzt Andreas Kleina. Einige Veränderungen seien wegen der aktuellen Situation jedoch unumgänglich. So gelte zwar auch für die Geburtenstation ein Besuchsverbot. Die Partner oder eine andere Bezugsperson der Frauen seien dort jedoch zugelassen. Auch der Geburt selbst könnten die Väter nach wie vor beiwohnen. Dies zu untersagen, hätte auch kaum einen Effekt, so der Chefarzt, da beide Partner sowohl vor als auch nach der Geburt für gewöhnlich sehr eng beieinander seien. Nur wenn ein Kaiserschnitt notwendig sei, dürfe der Partner nicht mit in den Operationssaal.

Hebamme Kristin Lüdtke findet diese Regelung des Klinikums, die keineswegs überall üblich ist, ausgesprochen gut. Der Partner gehöre nun mal mit dazu und könne der Schwangeren in dieser ohnehin schon außergewöhnlichen Situation zumindest etwas Hilfe und Unterstützung leisten. Und er könne auch nach der Geburt mit im Zimmer untergebracht werden. Vorausgesetzt natürlich, dass er die Station nicht zwischendurch verlässt.

Mutter und Kind bleiben drei Tage in Klinik

Auch Vorgespräche mit Schwangeren würden weiterhin stattfinden, ebenso wie die Hausbesuche nach der Geburt. Geburtsvorbereitungskurse hätten in der vergangenen Woche in kleineren Gruppen noch stattgefunden, wie es damit weitergeht, werde nun jedoch von Woche zu Woche entschieden, sagt Kristin Lüdtke. Die schwangeren Frauen seien zumindest sehr dankbar dafür, dass so viel wie möglich getan werde, um eine gewisse Normalität herzustellen.

Zudem bleiben Mutter und Kind mindestens 72 Stunden nach der Geburt im Krankenhaus, damit dort auch die notwendige Untersuchung U2 durchgeführt werden kann und die Extrafahrt zum Kinderarzt entfällt. Zu den Vorsichtsmaßnahmen auf der Geburtsstation gehört mittlerweile eine Risikoüberprüfung der Schwangeren und ihrer Begleitperson. Hier wird vor der Aufnahme erfragt, ob sie sich in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben, Kontakt zu Covid-19 positiven Menschen hatten oder derzeit über Atemwegserkrankungen klagen. Im begründeten Verdachtsfall erfolgen strenge Isolations- und Schutzmaßnahmen, so wie sie vom Robert-Koch-Institut vorgegeben sind.

Völlige Abschottung möglich

Vor- und Aufnahmegespräche sowie Voruntersuchungen finden jetzt außerhalb des Kreißsaalbereiches statt. Es gibt für alle Frauen und ihre Begleitperson ein Einzelzimmer, erklärt die Hygieneverantwortliche der AMEOS Klinik, Yvonne Hartmann. Bisher habe es zwar keine Corona-Fälle im Anklamer Krankenhaus gegeben, aber im Falle eines Falles, könne die Geburtenstation komplett vom restlichen Krankenhausbetrieb abgeschottet werden, sowohl räumlich als auch personell, betont der leitende Chefarzt Frank Büchner. Zum Teil werde das auch bereits umgesetzt. Schon jetzt könne die Station von der Seite der Notaufnahme betreten werden.

Jede Frau, die in den nächsten Wochen und Monaten ein Kind zur Welt bringen möchte, werde das ganz normal auf der Entbindungsstation des Krankenhauses tun können, versichern Frank Büchner und Andreas Kleina übereinstimmend. Das Klinikum sei darauf vorbereitet.

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