NÄCHTLICHER ANSCHLAG

Verfahren gegen mutmaßliche Brandstifter ausgesetzt

Der Anschlag auf den Anklamer Demokratiebahnhof wird nun vor Gericht verhandelt. Das Verfahren wird jetzt erst einmal ausgesetzt. Es sollen noch mehr Beweise auf den Tisch.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Das Bahnhofsgebäude wurde mit Farbbeuteln beworfen. Auch Brandsätze wurden in das Gebäude geworfen, die in der Halle
Das Bahnhofsgebäude wurde mit Farbbeuteln beworfen. Auch Brandsätze wurden in das Gebäude geworfen, die in der Halle verbrannte. Anne-Marie Maaß
Das Jugendschöffengericht in Pasewalk soll über den Tatvorwurf gegen die beiden Angeklagten entscheiden.
Das Jugendschöffengericht in Pasewalk soll über den Tatvorwurf gegen die beiden Angeklagten entscheiden. Stefan Sauer
Anklam.

Über zwei Jahre sind nach dem nächtlichen Anschlag auf den Demokratiebahnhof in Anklam vergangenen. Der Fall sorgte für überregionale Aufmerksamkeit. Der damalige Vizekanzler und Außenminister Sigmar Gabriel und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besuchten das Jugendprojekt am Anklamer Bahnhof. Der Demokratiebahnhof ist immer wieder Opfer von Vandalismus und Angriffen.

Mittlerweile ist gegen die beiden ermittelten Tatverdächtigen auch das Verfahren am Amtsgericht in Pasewalk eröffnet worden – nun aber erst wieder auf Eis gelegt.

Rückblick: Brandsätze und Farbbeutel

In der Nacht zum 10. Juni 2017 sollen die zwei damals noch jugendlichen Täter Farbbeutel auf das Gebäude und zwei Brandsätze durch die nicht verschlossenen Eingangstür in die ehemalige Wartehalle des Bahnhofs geschmissen haben. Besonders gefährlich: In der Nacht schliefen auch Menschen im Gebäude.

Auch Innenminister Lorenz Caffier zeigte sich damals von dem Vorfall entsetzt und forderte eine zügige Aufklärung. „Die Tatverdächtigen haben eine Gefährdung für das Leben und die Gesundheit der jungen Erwachsenen, die zur Tatzeit im Gebäude übernachteten, bewusst in Kauf genommen“, äußerte er direkt nach Bekanntwerden der Tat.

Schnell wurden anschließend auch die beiden Tatverdächtigen ermittelt. Die damals 14 und 16 Jahre alten Jugendlichen wurden damals von der Polizei dem rechten Spektrum zugeordnet. Danach zogen sich die weiteren Ermittlungen, die Erstellung der Anklageschrift sowie die Entscheidung darüber am Gericht, hin.

Zwei Tatverdächtige aus der rechten Szene

Nun müssen sich die jungen Männer vor dem Jugendschöffengericht des Pasewalker Amtsgerichts erklären. Vor einigen Wochen wurde mit dem Hauptverfahren begonnen, erklärt Richter Gerald Fleckenstein, der Sprecher des Amtsgericht. Aufgrund des jugendlichen Alters der Angeklagten finde dieses unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Inzwischen sei das Hauptverfahren aktuell erst einmal ausgesetzt worden. Das Gericht habe eine umfangreichere Beweisaufnahme für erforderlich gehalten, begründet Fleckenstein. Dies könnten sowohl weitere Ermittlungen als auch umfassende Zeugenbefragungen oder zusätzliche Sachverständige umfassen, erklärt er allgemein. Wo im konkreten Fall der Bedarf gesehen wurde, wollte Fleckenstein mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Verhandlung nicht erläutern.

Fest steht dagegen schon, wann die Verhandlung fortgeführt werden soll. So ist ein erster Termin am Amtsgericht am 1. Oktober angesetzt. Zudem sind noch drei weitere Verhandlungstage bis in den November hinein zunächst eingeplant.

Der Demokratiebahnhof wurde dadurch auch deutschlandweit bekannter. Das Jugendarbeit-Projekt und seine ehrenamtlichen Mitarbeiter wurden sogar mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

 

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