NACH IKUWO-PARTY

Verfahren wegen Angriff auf Studenten in Greifswald eingestellt

Am Rande einer Party im Greifswalder Kulturzentrum Ikuwo war ein Verbindungsstudent attackiert und bestohlen worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Die Hausherren sind aber noch nicht aus dem Schneider.
Carsten Schönebeck Carsten Schönebeck
Die Vorfälle rund um das Greifswalder Veranstaltungszentrum IKUWO hatte für Debatten in der Landespolitik gesorgt. Im Juli 2018 waren die Räume durchsucht worden.
Die Vorfälle rund um das Greifswalder Veranstaltungszentrum IKUWO hatte für Debatten in der Landespolitik gesorgt. Im Juli 2018 waren die Räume durchsucht worden. Karsten Riemer
Greifswald.

Der Fall hatte landesweit für Aufregung gesorgt: Nach dem Angriff auf einen Studenten in Greifswald im Juni vergangenen Jahres hatten Polizei und Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen Mitglieder des Internationalen Kultur- und Wohnprojektes (Ikuwo) in Greifswald erhoben, das der linken Szene zugerechnet wird. Verantwortliche des Trägervereins sollen die Ermittlungen in der Tatnacht behindert haben. Der Polizei wurde der Zutritt zu Räumlichkeiten verweigert. Politiker von CDU und AfD sprachen von „rechtsfreien Räumen”. Der Verein rechtfertigte die Entscheidung mit der Sorge um eine Panik in den Veranstaltungsräumen, wäre es zu einer Durchsuchung gekommen.

Der Student war am Rande einer Veranstaltung im Ikuwo attackiert worden, ein persönlicher Gegenstand (sogenanntes Verbindungsband) wurde entwendet. Der eintreffenden Polizei war kurz darauf der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt worden. Mehrere Wochen später war das Ikuwo in einer großangelegten Polizeiaktion durchsucht worden, die auch zu einer Debatte um die Verhältnismäßigkeit dieses Vorgehens geführt hatte. Auch weil der Einsatz von rund 100 Polizeikräften keine einzige Spur auf diese oder andere Straftaten geliefert hatte.

Ermittlungen zogen sich hin

Das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Raubes wurde nun – ein Jahr später – eingestellt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage am Freitag. „Die Täterschaft konnte nicht nachgewiesen werden”, so Martin Cloppenburg, Sprecher der Behörde. Die Ermittlungen hätten sich wegen komplexer DNA-Analysen und -Vergleiche in die Länge gezogen. In dem Zusammenhang sei auch ein richterlicher Beschluss gegen einen Verdächtigen zur Abgabe einer DNA-Probe ergangen. Cloppenburg räumte ein, dass die lange Bearbeitungsdauer auch damit zusammenhänge, dass es bei Laboruntersuchungen lange Wartezeiten gebe, bis man zum Zuge käme.

Ermittelt wurde allerdings auch gegen Vertreter des Ikuwo-Trägervereins, die an dem betreffenden Abend das Hausrecht ausgeübt hatten. Die Staatsanwaltschaft habe Anklage erhoben, unter anderem wegen Strafvereitelung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. „Das Amtsgericht Greifswald hat die Eröffnung eines Verfahrens abgelehnt”, so Cloppenburg. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft vor wenigen Tagen Beschwerde beim Landgericht eingelegt. Der Ausgang ist noch offen.

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Kommentare (5)

Schön mal wieder was darüber zu hören und interessant zu hören, warum es so lange gedauert hat. Laboruntersuchungen, Wartezeiten, komplexer Bla Bla ... . Mag sein, daß ich etwas altmodisch bin. Solche Sauereien darf es nicht geben! Dieser Staat hat fertig! Staatsversagen, wohin man blickt!

Anstatt sich der echten Gefahr in Pommern zu widmen, wrd der einzig ernstzunehmende Widerstand in Pommern gegängelt. Alerta , alerta , anitfaschista... Blut und Ehre widerlich, wir sind bei euch...

hahahahaha...selten so gelacht. "Einzig" kann ich mir gut vorstellen aber "ernstzunehmend"? Nicht mal Ansatzweise:-)

... die da wären? Bitte konkret. Ansonsten merkt man, daß Sie nicht aus Pommern kommen / stammen. Danke.

Student, vermutlich aus Berlin oder Rostock, Neubrandenburg etc. Sicher ist dieses Konto ein guter Tipp für den Verfassungsschutz.