Zu Unrecht am Pranger?
Verschwundene Schafherde: Schäfer meckert übers Amt

Etwa 100 Schafe einer Herde bei Gützkow sind verschwunden, nachdem gegen den Halter ein Betreuungsverbot ausgesprochen wurde. Bei den gesuchten Tieren handelt es sich vor allem um Gotlandschafe (wie solche auf diesem Symbolbild).
Etwa 100 Schafe einer Herde bei Gützkow sind verschwunden, nachdem gegen den Halter ein Betreuungsverbot ausgesprochen wurde. Bei den gesuchten Tieren handelt es sich vor allem um Gotlandschafe (wie solche auf diesem Symbolbild).
Jens Bonderup Kjeldsen

Weil er seine Schafe massiv vernachlässigt haben soll, hat der Kreis ein Betreuungsverbot gegen einen Halter ausgesprochen. Der sieht sich zu Unrecht am Pranger, weil er sich kürzlich über den Amtstierarzt beschwert habe.

Das Veterinäramt des Landkreises wirft einem Halter vor, seine Schafe auf einer Koppel bei Gützkow nicht ausreichend mit Futter und Wasser versorgt zu haben. Doch der Mann sieht die Situation ganz anders: „Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich halte seit 35 Jahren Schafe, natürlich versorge ich die Tiere“, sagt er. Auch von dem Betreuungsverbot will er nichts wissen, sieht sich gezielt gegängelt, weil er sich kürzlich über den Amtstierarzt beschwert habe.

Halter: Tiere an Altersschwäche gestorben

Der Mann räumte allerdings ein, dass die Tiere vielleicht nicht in exzellentem Zustand waren: „In der Vegetationsphase hat es kaum geregnet. Wir hatten in Sachen Futter schon bessere Jahre“, sagt er. Auch für die toten Tiere, die Polizisten an der Koppel fanden, hat er eine Erklärung: „In der Herde sind Tiere, die sind zwölf Jahre und älter. Da kommt es vor, dass Schafe sterben.“ Zwei Kadaver habe man in Plastiktüten verpackt, um sie zeitnah abzutransportieren. Der Fall habe inzwischen so viele Schlagzeilen verursacht, dass Geschäftspartner sich von ihm abwenden wollten.

Das Veterinäramt suche weiter nach der Herde, hieß es am Montag. Man hoffe auf Hinweise aus der Bevölkerung. Das ausgesprochene Verbot, gelte aber nur für diese eine Herde. Bis man weitere Schritte einleite, wolle man die Untersuchung der toten Tiere abwarten, so Kreis-Sprecherin Anke Radlof.

 

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