FISCHSTERBEN IN DER PEENE

Verteidigung und Anklage wehren sich gegen Urteil

Ein Angeklagter erhielt im Prozess um das Fischsterben in der Peene eine Verwarnung. Ein zu hartes Urteil, findet die Verteidigung, zu lasch sagt die Staatsanwaltschaft – beide legten daher Rechtsmittel ein.
dpa
Die Angeklagten Torald L. (2.v.r.), Christian B. (4.v.r.) und Philipp H. (l) standen in Pasewalk wegen des Fischsterbens in der Peene vor Gericht.
Die Angeklagten Torald L. (2.v.r.), Christian B. (4.v.r.) und Philipp H. (l) standen in Pasewalk wegen des Fischsterbens in der Peene vor Gericht. Archivbild / Stefan Sauer
Anklam.

Die Suche nach den Schuldigen für das Fischsterben an der Zuckerfabrik Anklam im Jahr 2015 (Kreis Vorpommern-Greifswald) wird voraussichtlich weitere Gerichte beschäftigen. Wie ein Sprecher des Amtsgerichtes Pasewalk am Dienstag sagte, haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung des verurteilten 32-Jährigen in der gesetzlichen Frist Rechtsmittel eingelegt.

Vor einer Woche hatte das Amtsgericht einen 32 Jahre alten Anlagenfahrer des Bioethanolwerkes, das zur Zuckerfabrik gehört, der fahrlässigen Gewässerverunreinigung schuldig gesprochen.

Freispruch statt Verwarnung gefordert

Der 32-Jährige erhielt eine Verwarnung. Ihm droht eine Geldstrafe von 3600 Euro, wenn er innerhalb eines Jahres strafrechtlich auffällt, wie Richterin Daniela Lieschke festgelegt hatte. Nach ihrer Auffassung hatte sich der stellvertretende Meister damals nach der Revision nicht ausreichend von der Sicherheit der Anlage überzeugt.

Danach war die Produktion am 28. August angefahren worden, obwohl ein Hahn und eine Leitung offen waren. Bis 31. August flossen laut Gutachten mehr als 112.000 Liter Alkohol aus Tanks vom Betriebsgelände in die Peene.

Durch die hohe Alkoholkonzentration waren rund 18 Tonnen Fisch verendet. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe für den 32-Jährigen gefordert. Der Verteidiger wollte den Anlagenfahrer freigesprochen sehen, wie zwei Kollegen, die auch vor Gericht standen. Welche Instanz sich damit befasst, sei noch nicht klar.

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