Arne Siebrecht (rechts) erzielte in Friedland den zwischenzeitlichen Ausgleich der Anklamer.
Arne Siebrecht (rechts) erzielte in Friedland den zwischenzeitlichen Ausgleich der Anklamer. Stefan Justa
Fußball-Landesliga

VFC Anklam verpasst Punktgewinn im Spitzenspiel

Auswärts gegen den TSV Friedland hielt VFC Anklams Schlussmann Tim Kietzmann seine Mannschaft lange Zeit im Spiel. Die knappe Niederlage konnte er aber nicht verhindern.
Friedland

Die erhitzen Gemüter sind wieder abgekühlt, die Aufarbeitung der knappen Derby-Niederlage ist in vollem Gange: Die Anklamer Landesliga-Fußballer haben den mit Spannung erwarteten Flutlicht-Kick beim Tabellenzweiten TSV Friedland am Freitagabend vor über 150 Zuschauern knapp mit 1:2 (0:0) verloren – und das unterm Strich verdient. Beleg für das leistungsgerechte Endergebnis: Bester Mann auf dem Platz war VFC-Keeper Tim Kietzmann, der einen „Sahnetag“ erwischte und gleich vier hochkarätige Torchancen des TSV in überragender Manier entschärfte.

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Spitzenspiel hielt, was es im Vorfeld versprach

Kampf, Leidenschaft, Emotionen: Das Landesliga-Derby mit Spitzenspiel-Charakter hielt, was es im Vorfeld versprach: „Es war das erwartet umkämpfte Duell, in dem sich beide Mannschaften von der ersten bis zur letzten Minute nichts geschenkt haben. Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Hut ab vor unseren vier A-Junioren, die ihre Sache gegen abgezockte Friedländer richtig stark gemacht haben“, lobte Trainer Michael Höcker nach dem Abpfiff die vier Youngster Lucas Klingenberg, Marvin Gladrow, Raffael Boettcher und Marvin Schulz. Letzterer kam erstmals in der Herren-Landesliga zum Einsatz. „Schulzi hat die Bälle in der ersten Halbzeit vorne gut festgemacht. Es war es ein gelungenes Debüt für ihn“, befand der VFC-Trainer.

Gute Noten verdienten sich vor allem Lucas Klingenberg und Marvin Gladrow, die die zuletzt äußert torhungrige TSV-Offensive zusammen mit den beiden weiteren Abwehrspielern Sascha Pribbernow und Till Venz im ersten Durchgang nur selten zum Zuge kommen ließen. Nur einmal brannte es im Anklamer Strafraum vor der Pause lichterloh, als Tim Kietzmann in der 37. Minute einen Schuss aus Nahdistanz glänzend abwehrte. Auf der Gegenseite vergab Arne Siebrecht in der 45. Minute die beste Möglichkeit zur Gäste-Führung. Nach seinem Distanzschuss streichelte das runde Leder die gegnerische Torlatte.

Friedland dominierte vor allem in der zweiten Halbzeit

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit wendete sich das Blatt mit dem Wiederanpfiff zu Gunsten des Tabellenzweiten, der die Schlagzahl im zweiten Spielabschnitt deutlich erhöhte und bei seinen Angriffsbemühungen zielstrebiger agierte. „Wir konnten nach der Pause leider nicht mehr an die gute erste Halbzeit anknüpfen. Friedland hatte viel mehr Strafraum-Aktionen. Letztendlich geht das Ergebnis deshalb auch in Ordnung. Die Gastgeber haben in den entscheidenden Momenten schneller geschalten und waren cleverer“, machte VFC-Kicker Phil Skeip deutlich.

In der 49. und 51. Minute konnte Torhüter Tim Kietzmann sein Team mit zwei Glanztaten noch vor dem Rückstand bewahren, in der 63. Minute zappelte das runde Leder dann aber doch in den Anklamer Tormaschen. Bitter aus Sicht der Höcker-Mannen: Dem Führungstor der Gastgeber ging eine von im zweiten Durchgang mehreren strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen voraus. Direkt vor dem 1:0 entschied Diana Räder-Krause auf Freistoß zu Gunsten der Platzherren, nachdem André Dreier einen Zweikampf im Mittelfeld gewann. „Eine Fehlentscheidung“, ärgerte sich der Anklamer Kapitän nach dem Abpfiff.

Anklam kämpfte wacker, aber das reichte nicht

Vom Gegentreffer zeigte sich sein Team in der Folgezeit unbeeindruckt: Nach Pass von Philipp Sorgatz nutzte Torjäger Arne Siebrecht den ersten guten Angriff der Peenestädter im zweiten Durchgang zum sehenswerten 1:1-Ausgleich (70.) und läutete mit diesem Treffer eine turbulente Schlussphase ein. Nur wenig später war es wiederum Tim Kietzmann, der den erneuten Rückstand mit einer starken Parade verhinderte, bevor der Elf von Trainer Heinz Dahms in der 83. Minute nach einem schnell ausgeführten Freistoß dann doch noch der Siegtreffer gelang.

Auch dieses Tor sorgte für Gesprächsstoff, denn „der Freistoß wurde fernab vom eigentlichen Tatort ausgeführt“, stellte André Dreier klar. In der Schlussphase stemmten sich die Anklamer gegen die drohende Niederlage, Torgefahr konnten sie aber nicht mehr erzeugen. Ihr nächster Gegner ist am kommenden Samstag ab 14 Uhr auf eigenem Rasen der SV Görmin.

Anklam spielte mit: Kietzmann, Venz, Gladrow, Pribbernow. Klingenbeil, Dreier, Rogee (83. Boettcher), Siebrecht, Skeip, Sorgatz, M. Schulz (59. Ludwig)

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