Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Anklam gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft, die es gerne
Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Anklam gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft, die es gerne sanieren würde. Dafür braucht sie jedoch Zeit und die nötigen finanziellen Mittel. Mareike Klinkenberg
Die GWA hat bereits ein Konzept für das Anklamer Bahnhofsgebäude ausarbeiten lassen. Doch für die Umsetzung feh
Die GWA hat bereits ein Konzept für das Anklamer Bahnhofsgebäude ausarbeiten lassen. Doch für die Umsetzung fehlen, laut Geschäftsführer Jens Kiel, derzeit einfach die finanziellen Mittel. Mareike Klinkenberg
Stadtentwicklung

Viele Ideen für den Anklamer Bahnhof, doch das Geld fehlt

Wie kann der Anklamer Bahnhof von der Problemzone zu einem Ort für Kultur und Begegnung werden?
Anklam

Geht es nach der Anklamer Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH (GWA) könnte das Bahnhofsgebäude schon bald neben den Räumlichkeiten für den Demokratiebahnhof, das Jugendparlament und weiteren Vereinen, auch Wohnungen, Ateliers und einen Aufenthaltsbereich nebst Imbiss für die Bahnreisenden beherbergen.

Ein Konzept mit diesen Ideen sei bereits gemeinsam von der Stadt, der GWA, den Akteuren des Demokratiebahnhofs und einem Ingenieurbüro erarbeitetet worden, erklärt GWA-Geschäftsführer Jens Kiel auf Anfrage.

Für die nächste Sitzung der Stadtvertretung plant auch die Fraktion Baumgärtner/Kohn gemeinsam mit der CDU einen Vorstoß, der zumindest die Öffnung und adäquate Nutzung der Bahnhofshalle zeitnah möglich machen soll, um die Zustände am Bahnhof generell zu verbessern.

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Kosten auf vier Millionen geschätzt

Laut Jens Kiel mangele es dafür derzeit jedoch an den nötigen finanziellen Mitteln. So würden die Kosten, die derzeit auf rund vier Millionen Euro geschätzt würden, kurzfristig nicht aufgebracht werden können.

Außerdem hätte die stadteigene Wohnungsgesellschaft andere Projekte weiter oben auf ihrer Prioritätenliste, so geht es beim Bau der Gasleitung zur Biogasanlage darum, einen essenziellen Schritt in Sachen Energiesicherheit zu machen. Auch das geplante Parkhaus in der Innenstadt hätte demnach Vorrang.

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Notreparaturen für 100 000 Euro geplant

Was er zum jetzigen Zeitpunkt aber bereits zusagen kann, sind bereits geplante Notreparaturen an dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude, mit denen noch in diesem Jahr begonnen wird. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 100 000 Euro.

Auch ein neuer Zaun um den Garten des Demokratiebahnhofs zählt dazu, nicht aber die Idee „Wir öffnen die Bahnhofshalle”, erklärt er. Überdies will er dafür sensibilisieren, den Demokratiebahnhof, der in seiner Form einmalig in Deutschland ist, als Pluspunkt und nicht als Störfaktur zu sehen.

Nach seiner Ansicht könnte man damit sogar punkten, wenn man im Land oder Bund auf Sponsoren- oder Fördermittelsuche für die Bahnhofssanierung ginge.

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Situation ohne Demokratiebahnhof noch schlimmer?

Auch Isabell Schultz vom Demokratiebahnhof begrüßt das generelle Interesse am Anklamer Bahnhof und die Sanierungsideen. „Wir denken alle in die gleiche Richtung”, schätzt sie. Sie weiß auch, dass die Kinder und Jugendlichen oft Zielscheibe von Kritik sind. „Doch wenn wir nicht hier wären, sähe es genauso aus, wenn nicht schlimmer”, argumentiert sie. Regelmäßig sorgen sie mit Müllsammelaktionen auch dafür, dass das Bahnhofsumfeld schöner wird.

Offenbar gehen die Ansätze aller Beteiligten dann doch in ähnliche Richtungen, aber eben in einem unterschiedlichen Tempo und in verschiedenen Ausmaßen. Wobei die Initiatoren vom Demokratiebahnhof und auch Rolf Böhm, der das Projekt ehrenamtlich unterstützt, Friedrich Baumgärtners Aussage, er hätte sie involviert, sich vor Ort rumführen und informieren lassen, nicht unkommentiert stehen lassen wollen.

Ihren Angaben nach beschränkte sich der Kontakt zu dem Stadtvertreter auf einen kurzen unangekündigten Besuch, bei dem er mitten in ein Meeting platzte und eine E-Mail.

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