BERG- UND TALFAHRT

Vor dieser Straße fürchten sich die Stoßdämpfer

Die Straße von Murchin nach Daugzin gleicht einer Berg- und Talfahrt. Aber die Autofahrer stören viel mehr die tiefen Schlaglöchern auf der engen und kurvenreichen Straße, denen sie ständig ausweichen müssen. Und selbst das ist gar nicht so einfach.
Da können die Schlaglöcher noch so flach sein – sind sie so zahlreich gesät wie auf dieser Holperpiste, sind die Stoßdämpfer und Ölwannen bald hinüber.
Da können die Schlaglöcher noch so flach sein – sind sie so zahlreich gesät wie auf dieser Holperpiste, sind die Stoßdämpfer und Ölwannen bald hinüber. Christine Klose
Vorpommern.

Wer sich auskennt, der nimmt lieber einen Umweg in Kauf, um von Murchin nach Daugzin zu kommen. Zwar ist die Holperstraße die kürzeste Verbindung zwischen den beiden Orten, doch wer sich den zusätzlichen Sprit leisten kann, nimmt dann doch lieber einen weiteren Weg. Grund ist der miserable Zustand der Straße, und der regt viele Bürger auf.

Auch Elmar Wegner aus Bömitz findet, dass diese Holperpiste eine Zumutung ist. Eigentlich rege ihn nicht so schnell etwas auf, aber die Straße sei ein Witz. „Es ist wie eine Talfahrt“, sagt er. Die Kreisstraße ist nicht nur unübersichtlich und kurvenreich, sondern auch mit Schlaglöchern gespickt. Die sind teilweise kaum zu sehen, weil die Strecke nicht gerade verläuft. „Es geht hoch und runter“, erklärt Wegner. Wenn ein Auto entgegenkommt, ist das Ausweichen kaum möglich, denn die Buckelpiste ist nur an wenigen Stellen verbreitert.

Auch der Murchiner Bürgermeister Peter Neumann kennt die Kreisstraße nur zu gut und vermeidet es, dort mit dem Auto entlang zu fahren. „Bevor ich mir die Stoßdämpfer kaputt mache, nehme ich lieber einen Umweg“, sagt er. Da er ortskundig ist, kennt er die Ausweichstrecken. Wer die Holperpiste trotzdem nutzt, dem könne er nur empfehlen, langsam zu fahren. „Sonst fällt noch die Ölwanne vom Auto ab“, sagt Neumann. Der 70-Jährige vermutet, dass die Straße in der ehemaligen DDR ausschließlich für landwirtschaftliche Zwecke gedacht war und dementsprechend genutzt wurde. Nach der Wende änderte sich das schlagartig, der Verkehr nahm ständig zu.

Mittlerweile ist es so, dass jedes Jahr neue Löcher dazu kommen, die nur notdürftig geflickt werden und nach spätestens einem halben Jahr wieder aufreißen. „Das Schnellfüllverfahren hilft nur kurzfristig, ist aber keine dauerhafte Lösung“, sagt der Bürgermeister. Dennoch mache er dem Landkreis keine Vorwürfe, denn der habe, genau wie die Gemeinden, auch kein Geld für die Sanierung. Deswegen halte er auch von der Überlegung, einige Kreisstraßen in Gemeindehand zu übergeben, nichts. „Das würde nichts bringen, da auch wir kein Geld haben“, sagt er. Neumann sieht das Land in der Verantwortung, das seiner Meinung nach den Kreis und die Gemeinden mit mehr finanziellen Mitteln ausstatten müsste. So lange das nicht passiert, hat er keine Hoffnung, dass sich in nächster Zeit etwas an der Situation ändert.

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