Vorpommern-Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) zu Besuch im Anklamer Wehrmachtsgefängnis.
Vorpommern-Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) zu Besuch im Anklamer Wehrmachtsgefängnis. Anne-Marie Maaß
Einzigartiger Gedenkort

Vorpommern-Staatssekretär bringt Geld für Anklamer Wehrmachtsgefängnis

Als Staatssekretär für Vorpommern war Heiko Miraß zum ersten Mal im Anklamer Wehrmachtsgefängnis zu Besuch. Die dort ansässige Stiftung hofft auf weitere Unterstützung.
Anklam

Der neugeschaffene Unterrichtsraum im ehemaligen Wehrmachtsgefängnis in Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist schon längst fertiggestellt und in Benutzung, nun kam jedoch auch noch der Förderbescheid vom Vorpommernfonds für das Projekt des „Zentrums für Friedensarbeit Otto Lilienthal – Hansestadt Anklam” hinterher. So heißt die Stiftung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Erinnerungsarbeit zur NS-Militärjustiz und zum Zweiten Weltkrieg zu leisten. Die typisch dunkelrote Fördermappe überbrachte dabei Vorpommern-Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) persönlich.

Während die Förderung noch auf seinen Vorgänger im Amt Patrick Dahlemann (SPD) ging, nutzte Miraß nun die Chance, sich einen Eindruck von diesem besonderen Gebäude in Anklam zu machen.

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Einzigartiger Ort soll öffentlich bleiben

Das Wehrmachtsgefängnis als öffentlicher Mahn- und Gedenkort der Nazi-Justiz ist in seiner Form in Deutschland einzigartig. Auch deshalb hat die Stadt Anklam jüngst erst den Ankauf der Immobilie beschlossen, um das Gebäude auch für weitere Jahrzehnte als Eigentum in öffentlicher Hand zu sichern. Die Gedenkstätte soll dabei weiter ausgebaut werden und auch als Lernort dienen. Der jetzige Ausbau der ehemaligen Großraumzelle zum Unterrichtsraum hat dabei insgesamt rund 60 000 Euro gekostet.

In Zukunft sollen zudem Kooperationen etwa mit dem Historisch-technischen Museum in Peenemünde und der Wehrmachtsgedenkstätte in Torgau genutzt werden.

Mitstreiter wichtig

Für Miraß ist der Erhalt und die weitere Nutzung des Gebäudes dabei nicht der wichtigste Aspekt. Gerade an so einem sensiblen Ort bedarf es Menschen, die sich für den Erhalt einsetzen und die Nutzung mit Fingerspitzengefühl voranbringen, erklärte er. An Anklam haben sich diese Mitstreiter zum Glück gefunden.

Beklemmende Zeitdokumente

Miraß zeigte sich sichtlich beeindruckt etwa vom noch erhaltenen Zellentrakt im Keller, in dem viele Soldaten ihre letzten Tage und Wochen vor der Hinrichtung verbrachten. Beklemmend die wenigen Zeitdokumente, wie etwa Briefe an Angehörige oder von ihnen, die bis heute erhalten sind. Dabei ist sich Uwe-Ulrich Schulz sicher, dass sich die Vergangenheit des Gebäudes sicherlich noch besser ergründen ließe. Ein Ziel sei es deshalb auch, wissenschaftliche Arbeit am Standort zu etablieren, so der stellvertretende Stiftungsvorsitzende Uwe-Ulrich Schulz.

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