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Vorsicht, bei diesem Kampf fliegen Kugeln umher!

Vorpommern schläft nicht! Rund um die Uhr sind die Menschen auf den Beinen – und wir bleiben 24 Stunden wach, um sie für jeweils eine Stunde zu begleiten. ...

Die Heimmannschaft: Josephine Rohr und Marco Wegner. [KT_CREDIT] FOTOs: Jörg Döbereiner

Vorpommern schläft nicht! Rund um die Uhr sind die Menschen auf den Beinen – und wir bleiben 24 Stunden wach, um sie für jeweils eine Stunde zu begleiten. Von
22 bis 23 Uhr waren
unsere Redaktionsmitglieder Denny Kleindienst und Jörg Döbereiner auf der Bowling-
bahn – und haben die Haus-
herren herausgefordert.
Anklam.Es kommt eher selten vor, dass Josephine Rohr und Marco Wengler zusammen bowlen. „Manchmal nach Feierabend. Wenn Zeit ist“, sagt die Geschäftsführerin von „Josy’s BED“. Dabei haben sie und ihr Koch die Bowlingbahn jeden Tag vor der Nase. Denn Josy’s BED über dem Anklamer Volkshaus ist Bar, Restaurant und Bowlingcenter in einem. Wenn die Geschäftsführerin „nach Feierabend“ sagt, bedeutet das in der Regel nach 22 Uhr.
An diesem Abend zögern mein Kollege Jörg und ich den Ladenschluss noch etwas heraus. Wir bleiben sitzen, als die letzten Gäste gehen. Wir sind verabredet. Statt zum Feierabendspiel treten Josephine Rohr und Marco Wengler zum Duell an. Zwei gegen zwei. Der Nordkurier gegen die Hausherren, gewissermaßen. Wir schlüpfen alle in die blau-rot-silbernen Bowlingschuhe. Die sind wichtig, da sie eine glatte Sohle haben mit der der Spieler beim Werfen rutschen kann. Anschließend sucht sich jeder seine passende Kugel. Mehr Gewicht verspricht mehr Chancen, möglichst viele der aufgestellten Kegel abzuräumen. Außerdem müssen die Finger gut in die Löcher passen. Marco Wengler schaltet eine der mittleren Bahnen an. Auf dem Computermonitor an der Decke, der während der Partie den Punktestand anzeigt, stehen zwei Namen. Einer für jedes Team. Die Kegel am Ende der Bahn werden automatisch aufgestellt. Von nun an ist das eigene Geschick gefragt.
Dass sie laut Eigenaussage schon seit geraumer Zeit nicht mehr gespielt haben, ändert nichts daran: Die Hausherren sind die Favoriten. Ich hoffe auf unseren Außenseiterbonus. Und der funktioniert zu Beginn ganz hervorragend. Von den zehn Kegeln am Ende der Bahn fallen nach den ersten Würfen mal alle um, mal bleiben nur wenige stehen. Wir legen einen gelungenen Antritt hin. Die Hausherren denken laut darüber nach, auf was sie sich da eingelassen haben. Ihr Vorteil ist jedoch, dass sie eine Taktik haben. Wenn auch eine einfache. „Marco versucht alles abzuräumen. Ich mache dann die Feinarbeit“, sagt Josephine Rohr. Beim Bowling hat der Spieler zwei Versuche, um die zehn Kegel abzuräumen. Gelingt das, verdoppeln sich die Punkte des nächsten Wurfs. Doch gerade der wichtige Wurf nach einem abgeräumten Feld landet bei uns immer häufiger in der Bande statt mitten in den Kegeln. Und null getroffene Kegel ändern auch bei doppelter Wertung nichts am Punktestand. Marco Wengler hat sich derweil warm gespielt. Der kräftige Koch spielt mit der schwersten Kugel und löst immer öfter die Klingel aus. Die geht los, wenn alle Kegel mit einem Wurf abgeräumt werden. Bei unseren Würfen klingelt es selten. Immerhin: Wir gehen nicht unter. Die erste Runde müssen wir uns nur knapp geschlagen geben. Die zweite geht klar an die anderen. Dann ist eine Stunde um. Der Heimvorteil sticht die Überraschungsmannschaft dieses Mal noch aus.

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