Er fordert die schnelle Einführung der Biotonne im Landkreis Vorpommern-Greifswald: der Greifswalder Landtagsabgeordnete
Er fordert die schnelle Einführung der Biotonne im Landkreis Vorpommern-Greifswald: der Greifswalder Landtagsabgeordnete Hannes Damm (Grüne). Georg Hundt
Braune Tonne

Warum die Grünen sogar den Müll in Vorpommern „erfassen” wollen

Vorpommern-Greifswald ist der einzige Kreis in MV ohne Biotonne. Hannes Damm, Grünen-Abgeordneter im Landtag, will das ändern. Allerdings fehle der Politik der Wille dazu, sagt er.
Anklam

Der Greifswalder Landtagsabgeordnete Hannes Damm (Grüne) fordert eine intensivere Erfassung von Bioabfällen über eine haushaltsnahe Biotonne in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte. „Nach Angaben des Bundesverbands der Entsorgungswirtschaft würde eine höhere Erfassungsquote von Bioabfällen die Möglichkeiten der Biogasproduktion verbessern“, sagte der klima- und energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion. „Auch auf diesem Weg könnten wir russisches Erdgas ersetzen.“

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Vorpommern-Greifswald ist das Schlusslicht

Das größte Hemmnis sei jedoch der fehlende politische Wille, eine Biotonne zur Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes flächendeckend anzubieten. Vorpommern-Greifswald beispielsweise erfasse kein einziges Kilogramm Bioabfall über eine Biotonne, weil es sie überhaupt nicht gebe, kritisiert Damm. Auch in der Mecklenburgischen Seenplatte bleibe die Erfassungsquote wegen der noch nicht überall im Landkreis verbreiteten Biotonne deutlich hinter den Quoten anderer Landkreise zurück.

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Um eine höhere Biomüll-Erfassung über die Biotonne zu erreichen, hatte die grüne Landtagsfraktion erst im Juli dieses Jahres einen Antrag gestellt, dass die Landesregierung einen landesweiten Einsatz der Biotonnen gewährleisten möge. Dies sei auch mit rechtlichen Mitteln möglich, sagte Damm. Die Regierungskoalition aus SPD und Linken hatte diesen Antrag jedoch abgelehnt. Und auch im Kreistag haben die Grünen und die Tierschutzpartei einen entsprechenden Antrag gerade erst zurückgezogen, nachdem er in mehreren Ausschüssen keine Mehrheit fand.

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