LANDSCHAFTSGESTALTUNG

Was der Senkgarten von Ziethen mit England zu tun hat

Beinahe hundert Jahre ist es her, dass Bernhard Graf von Schwerin seiner Frau in Ziethen ein besonderes Hochzeits-geschenk gemacht hat: einen Senkgarten.
Die ursprünglichen Strukturen des ehemaligen Senkgartens im Ziethener Park sind schon wieder zu erkennen. Auf dem rechten
Die ursprünglichen Strukturen des ehemaligen Senkgartens im Ziethener Park sind schon wieder zu erkennen. Auf dem rechten Bild ist zu sehen, wie der Senkgarten einst in seiner ganzen Pracht aussah. Matthias Diekhoff
So sah der Senkgarten in seiner ganzen Pracht aus.
So sah der Senkgarten in seiner ganzen Pracht aus. ZVG
Ziethen.

Einmalig in Vorpommern und seinerzeit eine „revolutionäre Geschichte“: Der Rostocker Gartenarchitekt Hannes Rother lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem ehemaligen Senkgarten im Ziethener Gutspark um etwas ganz Besonderes handelt. Die Idee, einen Bereich im Garten abzusenken, stammt ursprünglich aus England. Karl Foerster holte sie Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland und machte sie dort populär. Sein eigener, heute noch zu besichtigender Senkgarten in Potsdam-Bornim ist einer der bekanntesten in Deutschland, und er war das Vorbild für den Senkgarten in Ziethen. Der wurde 1922 aus einem besonderen Grund angelegt, nämlich als Hochzeitsgeschenk von Bernhard Graf von Schwerin an seine Frau. Der hatte auch das um 1818 erbaute Gutshaus anlässlich der Hochzeit umbauen und modernisieren lassen.

Geldgeber und Verbündete gesucht

Wenn sich dieses Datum in zwei Jahren zum 100. Mal jährt, wäre das natürlich ein schöner Anlass, den Senkgarten zumindest ansatzweise in seiner alten Pracht zu erleben, finden zumindest Manfred Graf von Schwerin und seine Mitstreiter vom Förderverein Peenetal. Schon seit einigen Jahren engagieren sie sich für den Senkgarten, suchen Geldgeber und Verbündete. Sie organisieren Konzerte und Führungen – wie am Wochenende im Rahmen der Mittsommerremise –, um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen.

Und das mit einigem Erfolg. Nachdem der Senkgarten vor wenigen Jahren kaum noch zu erahnen war, ist er jetzt bereits so weit freigelegt, dass seine ursprünglichen Strukturen und der Teich in der Mitte schon wieder zu erkennen sind. Und auch, dass Hannes Rother bereits an einer sogenannten denkmalpflegerischen Zielstellung arbeitet, in der festgelegt wird, was bei der Restaurierung der Anlage wie gemacht werden muss, sei ein großer Schritt nach vorn, erklärt Manfred Graf von Schwerin. Zudem habe auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zugesagt, den Senkgarten im laufenden Jahr mit Fördermitteln zu berücksichtigen.

Frühes Zeugnis der Garten-Reform

Für Hannes Rother, Fachmann für Gartendenkmalpflege, ist der Senkgarten vor allem auch ein frühes Zeugnis der Garten-Reform, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland kam. Ein Kennzeichen dieser Reform sei es gewesen, den Garten wieder in eine Beziehung zum Haus zu setzen. Was in Ziethen unter anderem daran erkennbar sei, dass der Zugang zum Senkgarten direkt gegenüber einem der Eingänge zum Musiksaal liegt, der ebenfalls im Jahr anlässlich der Hochzeit 1922 angebaut wurde und noch bis heute für Konzerte dient. Das nächste Mal voraussichtlich schon Ende Juli.

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