Hamburger gestorben
Was wirklich beim Flugzeugabsturz auf Usedom passierte

An der Absturzstelle fanden die Einsatzkräfte nur noch Trümmer des Flugzeugs vor.
An der Absturzstelle fanden die Einsatzkräfte nur noch Trümmer des Flugzeugs vor.
BFU

Über einem Wald nördlich des Heringsdorfer Flughafens auf der Insel Usedom stürzte ein bekannter Investor aus Hamburg ab. Jetzt gibt es dazu einen Bericht. Doch es bleiben Fragen offen.

Der Flugzeugabsturz vom Dezember 2016 am Heringsdorfer Flughafen wird mit menschlichem Versagen begründet. Das besagt der Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Der 74-jährige Bauingenieur Friedrich Münzel aus Hamburg war von Stade (Niedersachsen) nach Heringsdorf zu einem Geschäftstermin mit seiner zweimotorigen Privatmaschine geflogen. Münzel war auch Investor und hatte viel für die Insel Usedom getan.

+ + + Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht über den Absturz in Heringsdorf + + +

Im Unfallbericht attestiert ihm die BFU, dass seine Gesamtflugerfahrung als gut einzuschätzt wird. Zumindest auf den sogenannten Sichtflug bezogen. Für einen Flug bei schlechten Sichtverhältnissen ist dagegen eine gesonderte Ausbildung vorgeschrieben. Friedrich Münzel hatte diese Qualifikation nicht.

„Die Sicht in Anklam ist gut“

Trotz schlechter Wetterbedingungen hatte der 74-Jährige den Flug gestartet. Nach rund einer Stunde Flugzeit meldete sich der Pilot beim Flugleiter in Heringsdorf. Über Funk teilte er seine Landeabsicht mit. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Flugzeug noch östlich des Anklamer Flugplatzes. Die Sicht in der Hansestadt war gut, hieß es vom Piloten.

Nach Auswertung des Funkverkehrs sah die Wetterlage in Heringsdorf allerdings anders aus. Der zuständige Flugleiter bezweifelte, dass eine Landung möglich ist. Aber auch durch diese Einschätzung ließ sich der Pilot nicht von seinem Vorhaben abbringen. Später brach der Funkkontakt ab. Zeugen meldeten zur selben Zeit bei der Polizei ein Flugzeug, welches knapp über einem Waldgebiet kreiste.

Menschliches Versagen ist schuld am Absturz

Nach einer Kollision mit einem Baum stürzte das Flugzeug ab. Friedrich Münzel hatte keine Chance: Die tödliche Kollision mit den Bäumen und der harte Aufprall sorgten für schwerste Verletzungen an Brust, Bauch und Rücken.

Im Laufe der Untersuchungen stellten die Sachverständigen fest, dass die erste Berührung des Flugzeugs mit einem Baum auf ungefähr 25 Metern Höhe stattfand. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung kommt in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass menschliches Versagen schuld an dem tragischen Absturz ist. „Bereits auf dem Flug nach Heringsdorf hätte sich der Pilot rechtzeitig zum Ausweichen oder zur Umkehr entscheiden müssen“, fasst der Bericht zusammen.

Kommentare (3)

Ich habe dazu noch den Flugunfallbericht gelesen: https://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Untersuchungsberichte/2016/Bericht_16-1802-3X_TechnamP2006T_Heringsdorf.pdf?__blob=publicationFile Aus meiner Sicht bleibt da nicht viel offen. Natürlich gibt es keine schlüssige Erklärung, warum der Pilot unbedingt dort landen wollte und nicht stattdessen den Ausweichflugplatz anflog. Alles andere ist aber aus meiner Sicht geklärt.

Mit 74 kann man evt. noch mit dem Auto zum Arzt oder zum Einkaufen fahren, mit einer entsprechenden Tauglichkeitsuntersuchung. Aber auf dem Pilotensitz eines Flugzeugs hat man mit 74 nichts mehr zu suchen ,Basta !!!!!

magst deine Ausrufezeichen echt gern oder? Genauso gern wie anderen Menschen zu erklären, was sie können und was nicht, keine Ahnung vom Thema, aber immer schön auf dicke Hose machen.