KOSTSPIELIGES MEDIKAMENT

Weihnachtswunder? Kasse zahlt Krebstherapie

Für Manuel Mahnke gab es das größte Geschenk bereits vor Heiligabend. Die Krankenkasse hat endlich zugestimmt, die Kosten für seine Krebstherapie zu übernehmen.
Manuel Mahnke und seine Frau Antje können den Weihnachtstagen und dem neuen Jahr entspannt entgegen sehen. Die Krankenkas
Manuel Mahnke und seine Frau Antje können den Weihnachtstagen und dem neuen Jahr entspannt entgegen sehen. Die Krankenkasse hat eingewilligt, die Kosten für die Krebstherapie zumindest vorerst zu übernehmen. Weronika Golletz
Anklam.

Weihnachten ist die Zeit der Wunder, so heißt es im Volksmund. Und manchmal sei an solchen Redensarten auch ein Körnchen Wahrheit dran, meinen viele. Für den Anklamer Manuel Mahnke ist das nun zur Realität geworden. Nach langem Ringen übernimmt die Krankenkasse seine Krebs-Therapiekosten.

„Die Krankenkasse bezahlt das jetzt erst mal für drei Monate“, sagt Mahnke. Wenn die anschließenden Tests zeigen, dass die Therapie erfolgreich ist, würde die Versicherung auch die weiteren Kosten übernehmen. „Die Stimmung bei mir ist sehr gut“, so Mahnke.

Bis Mittwoch sah das jedoch noch anders aus. Die zuständige Krankenkasse hielt sich bis dahin bedeckt. Geld für die dringend benötigten Therapieblöcke fehlte, denn die Krankenkasse zahlte nicht. Seit der junge Mann vor zehn Jahren an einem sogenannten Neuroblastom erkrankte, führte er nicht nur den Kampf gegen die Krankheit, sondern auch gegen die Versicherung. Ein Grund: Das Medikament Nivolumab, welches er für die Behandlung benötigt, ist für die Krebsart in Deutschland bisher nicht zugelassen. Und mit rund 10 000 Euro pro Sitzung ist diese besondere Therapieform zusätzlich sehr kostspielig.

Spenden gesammelt

Für Manuel Mahnke und seine Frau Antje Mahnke war das ein Kampf, den sie allein kaum bewältigen konnten. Doch sie haben Unterstützung. Mit einem Spendenaufruf konnten mehrere tausend Euro gesammelt werden, um den Anklamer bei der Finanzierung der lebensnotwendigen Therapie zu helfen. „Wir bedanken uns bei allen von Herzen für die Unterstützung“, sagt Mahnke. Dank des Einlenkens der Krankenkasse ist die Zeit des Spendensammelns nun jedoch vorbei. Für den Anklamer ein Glücksfall. „Für mich bedeutet das, dass ich mich vorerst zurücklehnen kann und keine Leute mehr anbetteln muss“, so der junge Mann. Auch die belastenden regelmäßigen Auseinandersetzungen mit Anwälten und Institutionen gehören damit erst mal der Vergangenheit an.

Das bereits gespendete Geld soll nun bis zum Ende der Therapie eingefroren werden. „Danach wollen wir es zweckgebunden an den Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder Greifswald e.V. weitergeben, damit kleine Patienten mit der für sie besten Therapie weitermachen können, auch wenn sich Krankenkassen querstellen“, sagt das Ehepaar Mahnke und hofft, dass das auch im Sinne der Spender ist.

Wie lange der Anklamer noch mit seiner Krankheit zu kämpfen hat, lässt sich indes nicht sagen. Die Studienlage und die geringe Zahl der Vergleichspatienten geben dafür noch nicht genügend Informationen her. Aufgeben werden Manuel Mahnke und seine Frau aber unter keinen Umständen.

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