Seit vier Wochen steht dieses Fahrrad am Bahnhof von Klein Bünzow. Wer hat es dort stehen lassen? Und wer leerte die Schnapsflasche in unmittelbarer Nähe?
Seit vier Wochen steht dieses Fahrrad am Bahnhof von Klein Bünzow. Wer hat es dort stehen lassen? Und wer leerte die Schnapsflasche in unmittelbarer Nähe? Jörg Foetzke
Das große Grübeln in Klein Bünzow

Wem gehört das rätselhafte Schnaps-Fahrrad?

Ein Fahrrad steht schon gut vier Wochen am Bahnhof von Klein Bünzow. Wem mag der Drahtesel nur gehören?
Klein Bünzow

In Vorpommern hat alles seine Ordnung. Über längere Zeit bleibt da nicht irgendwo etwas herrenlos stehen oder liegen. Und so ist dieses Fahrrad am Klein Bünzower Bahnhof schon so etwas  wie die berühmte Ausnahme von der Regel. Denn der Drahtesel, ein ziemlich gut erhaltenes Klappfahrrad aus DDR-Zeiten, steht nun schon seit vier Wochen an einer Laterne gelehnt, gegenüber der Bahnstation.  Dass der Besitzer des Zweirads es dort in einer Phase geistiger Umnachtung hat stehen lassen, kann ausgeschlossen werden. Denn das Klapprad ist ordnungsgemäß gegen Diebstahl gesichert, mit einem neuen modernen Kettenschloss.

Doch in unmittelbare Nähe des Fahrrads findet sich eine leere Schnapsflasche, die auf verschiedene Szenarien schließen lässt. Denn das Fahrrad wurde zum ersten Mal an der Klein Bünzower Bahnhofslaterne gesichtet, nachdem am Abend zuvor im  nahen Gemeindezentrum ein Polterabend gefeiert wurde. Hat der Fahrradbesitzer nach der Fete die letzte Bahn genommen? Oder steckt dahinter eine ganz andere Geschichte, wie sie sich der alte und neue Klein Bünzower Bürgermeister Karl Jürgens ausmalt? „Vielleicht liegt der ja irgendwo im Getreidefeld“, mutmaßt das Gemeindeoberhaupt. Spätestens zur Erntezeit wird sich herausstellen, ob diese düstere Version zur traurigen Realität geworden ist. Doch das will niemand wirklich hoffen.

 Sicher ist nur eines: der Besitzer des ominösen Fahrrads kann kein Einheimischer sein. Denn alle Klein Bünzower müssten auf dem Weg zur Arbeit unweigerlich an dem Zweirad vorbei, und keinem ist dabei ein zündender Gedanke gekommen.  Die Achtung vor dem fremden Eigentum ist auf dem Lande noch groß. Um den Rasen zu mähen, drehte es der Gemeindearbeiter mit aller Vorsicht auf die andere Seite. Doch der Fahrradbesitzer sollte sich nicht in ewiger Sicherheit wiegen. Die Dorfjugend hat das Fahrrad bereits interessiert begutachtet.

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