BÜRGERMEISTER-ÄUßERUNG IN DER KRITIK

Wer ist peinlicher? CDU und Galander liegen im Clinch

Ist Anklams Bürgermeister Michael Galander zu weit gegangen, als er CDU-Mann Liskow „Inkompetenz“ vorwarf? Das findet jedenfalls die CDU – und kontert deftig.
Michael Galander denkt überhaupt nicht daran, sich bei CDU-Kreischef Egbert Liskow zu entschuldigen.
Michael Galander denkt überhaupt nicht daran, sich bei CDU-Kreischef Egbert Liskow zu entschuldigen. Archiv
Im Winter hatten CDU-Mann Bernd Schubert und Bürgermeister Galander sich schon einmal gezofft - und sich dann auf einem "Glühwein-Gipfel" wieder vertragen.
Im Winter hatten CDU-Mann Bernd Schubert und Bürgermeister Galander sich schon einmal gezofft - und sich dann auf einem "Glühwein-Gipfel" wieder vertragen. NK-Archiv
JU-Kreischef Philipp Amthor forderte eine Entschuldigung von Michael Galander.
JU-Kreischef Philipp Amthor forderte eine Entschuldigung von Michael Galander. NK-Archiv
Anklam.

Bernd Schubert, Landtagsabgeordneter der CDU aus Ducherow und derzeit zur Sitzungswoche in Schwerin, wäre wohl fast das Frühstücksbrötchen aus der Hand gefallen, als er las, was Anklams Bürgermeister Michael Galander über seinen CDU-Kreischef verlauten ließ: Der sei in Greifswald „wegen Inkompetenz abgewählt worden.“ Äußerst beschämend findet Schubert diesen Ausfall Galanders: „Ich kenne Egbert Liskow als überaus kompetenten Politiker, vor allem in Finanzfragen.“ Ein derartiger Angriff des Bürgermeisters sei mehr als unpassend: „Galander leidet wohl noch immer darunter, dass sein früherer Parteifreund Wolfgang Motz die Seiten gewechselt hat und in die CDU eingetreten ist.“

"Peinlicher personifizierter Dauerskandal"

Und auch Philipp Amthor, Kreischef der CDU-Jugendorganisation Junge Union (JU), wettert gegen Galander. Der müsse sich bei Liskow entschuldigen. Außerdem werfe er mit Steinen aus dem Glashaus und sei selbst ein „peinlicher personifizierter Dauerskandal“. Nicht nur, dass er erst kürzlich in seiner Heimatgemeinde Rubkow krachend mit dem Versuch gescheitert sei, dort ebenfalls Bürgermeister zu werden. Und das mutmaßlich, weil die Bürger wohl an seiner Integrität gezweifelt hätten. Vielmehr sei Galander ja auch schon „in mehrere Strafverfahren involviert gewesen und sogar von seinem Amt suspendiert worden.“ Was Amthor dabei allerdings verschweigt: In keinem einzigen dieser Verfahren wurde Galander schuldig gesprochen - und auch seine Suspendierung wurde eines Tages sang- und klanglos beendet.

"Wohl noch sehr grün hinter den Ohren"

Das betont auch Michael Galander, der sich über Amthors wutentbrannte Wortmeldung nur wundern kann: Der junge Mann sei „wohl noch sehr grün hinter den Ohren“, dass er noch nicht erkannt habe, dass seine Partei in überalterten und verkrusteten Strukturen verharre und keine abweichenden politischen Meinungen dulde. Zudem seien die Veränderungen in Greifswald überfällig gewesen: Der CDU-Kandidat für das Präsidentenamt hätte in den eigenen und fremden Reihen integrationsfähig sein müssen – doch genau darauf habe die Partei keinerlei Rücksicht genommen.

„Wenn man so stur agiert, muss man die Suppe eben selbst auslöffeln, statt jetzt wild um sich zu schlagen und die Schuld bei anderen zu suchen“, so Galander. Er sehe daher keinen Anlass, sich bei Liskow zu entschuldigen: „Herr Liskow kennt mich und weiß, wie ich das gemeint habe.“ Sollte das zutreffen, müsste Liskow es bloß noch seinen wütenden Parteifreunden erklären...

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