ERNTEZEIT IN VORPOMMERN

Wer reinigt eigentlich die verschmutzten Straßen?

Wenn durch Erntearbeiten Fahrbahnen verschmutzt werden, kann das für Autofahrer gefährlich werden. Die Polizei sieht die Landwirte in der Pflicht.
Auch wenn Hinweisschilder vor einer verunreinigten Straße warnen, sind die Verursacher in der Pflicht, den Fahrbahnschmu
Auch wenn Hinweisschilder vor einer verunreinigten Straße warnen, sind die Verursacher in der Pflicht, den Fahrbahnschmutz zu beseitigen. Wie hier auf der Kreisstraße zwischen Krien und Medow sieht es momentan auf vielen Straßen aus, die von Erntefahrzeugen genutzt werden. Mareike Klinkenberg
Vorpommern.

Eine ordentliche Schlitterpartie auf den Straßen und Zuwegen in der Region ist in diesen Tagen programmiert, wenn herbstliches Regenwetter und Erntearbeiten auf den Feldern zusammenkommen. Sogenanntes „Bauernglatteis“ begleitete jüngst auch über einige Tage hinweg die Verkehrsteilnehmer auf der Kreisstraße zwischen Medow und Krien. War es zunächst die Rübenernte, die den Autofahrern erhöhte Aufmerksamkeit abverlangte, kamen wenige Tage danach die Maishäcksler auf der anderen Straßenseite dazu. Zumindest hatte das örtliche Landwirtschaftsunternehmen in diesem Fall mit einem Warnschild auf die Gefahrenstelle aufmerksam gemacht, aber das ist nicht immer der Fall.

Autofahrer um Rücksicht gebeten

Nun ist die verantwortungsvolle Dorfbevölkerung meistens geduldig und sich der Notwendigkeit der Landwirtschaft bewusst. So stößt der Appell des Bauernpräsidenten Detlef Kurreck nicht auf komplett taube Ohren: „Kein Landwirt verunreinigt absichtlich eine Straße. Dies passiert bei der Mais-, Kartoffel- und Zuckerrübenernte zwangsläufig durch die laufenden Arbeitsprozesse“, stellt Kurreck klar.

„Die Ein- und Ausfahrten der Felder werden von den Landwirten nach Abschluss der Erntearbeiten in der Regel schnellstmöglich gereinigt.“ Der Präsident bittet alle Verkehrsteilnehmer um Rücksichtnahme. Jeder wisse, dass im Herbst Erntezeit sei.

Aber was fällt unter „Rücksichtnahme“ und was bedeutet „schnellstmöglich“ in diesem Fall? Katrin Kleedehn von der Polizeiinspektion Anklam kennt die Paragrafen: „Verschmutzte Fahrbahnen werden unter dem §32 der Straßenverkehrsordnung geregelt.“ So ist es verboten, die Straße zu beschmutzen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann und die Beschaffenheit der Fahrbahn so sehr beeinträchtigt wird, dass der Grip der Räder nicht mehr gewährleistet ist, dann hat der Verursacher der Beschmutzung diese auch zu beseitigen.

Polizei verweist auf Warnschilder

Die Polizeisprecherin nimmt die Bauern weiter in die Pflicht und verweist auf Warnschilder, die andere Verkehrsteilnehmer auf eine verschmutzte Fahrbahn hinweisen und darauf, dass Landwirte die Fahrbahn unverzüglich, also direkt nach Abschluss der Arbeiten, säubern müssen.

„Bemerkt ein Verkehrsteilnehmer eine verschmutzte Fahrbahn und ist auch nicht ganz klar, wer diese verursachte, so ist die Rettungsleitstelle zu benachrichtigen“, macht die Polizistin deutlich, die kann im Zweifel auch die örtliche Feuerwehr hinzuziehen, die die Gefahrenstelle auf der Straße beseitigt. Aus polizeilicher Sicht rät sie Autofahrern in jedem Fall auf eine angepasste Geschwindigkeit zu achten, vor allem wenn man nicht einschätzen könne, wie der Untergrund ist.

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