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Wer schwarz baut, muss viel blechen

Ob Baumhaus oder Nebengelass: Was ein Schwarzbau ist oder nicht, entscheidet das Bauamt des Kreises.
Ob Baumhaus oder Nebengelass: Was ein Schwarzbau ist oder nicht, entscheidet das Bauamt des Kreises.
Jens Büttner/dpa-Archiv

Ein Schwarzbau kann dem Bauherrn teuer zu stehen kommen. Doch viele wissen gar nicht, was alles darunter fällt. In Vorpommern werden pro Jahr rund 650 Fälle angezeigt.

Auf meinem Grundstück kann ich doch bauen, was ich will. Das ist ja schließlich meins! So denken viele Vorpommern – und liegen damit falsch. Auch bei Schwarzbau schützt Unwissenheit nicht vor Strafe. Bei allem, was nicht behördlich abgenommen, genehmigt oder im Bauplan eingetragen ist, handelt es sich um ein illegales Bauwerk. Anbau, Gartenhaus, Keller – selbst ein Baumhaus kann unter Umständen ein Schwarzbau sein. Dabei gibt es sogar komplette Bausätze für Gartenhäuser im Baumarkt zu kaufen. Dass dafür oft aber Genehmigungen erforderlich sind, wissen die Wenigsten. Oft geht es jahrelang gut und der Schwarzbau fällt nicht auf.

In der Regel werden Schwarzbauten durch die Bauaufsicht aufgedeckt. Aber auch Gemeinden und Bürger zeigen Verdächtiges an. Dann übernimmt Jörg Miekley vom Bauamt des Kreises: „Im Jahr 2012 gab es deswegen gut 650 Verfahren im Landkreis. Besonders häufig werden Nebengebäude schwarz errichtet.“ Was passiert, wenn man erwischt wird? „Als Strafen kommen bei nachträglich genehmigungsfähigen Bauten Buß- und Verwarngelder in Betracht. Bei nicht genehmigungsfähigen Bauwerken muss auch schon einmal über Rückbau nachgedacht werden“, sagt Miekley.

Zehntausende Euro Strafe

Die Höhe der Bußgelder hängt von der Bauaufsicht ab, es können im schlimmsten Fall schon mal Zehntausende Euro sein. Selbst wer bisher davon gekommen ist, kann nicht mit einer Verjährung rechnen, denn die gibt es nicht. Und die Möglichkeiten der Behörden werden immer raffinierter: Gerade das Internet bietet mit Diensten wie „Google Maps“ oder „Street View“ neue Werkzeuge, mit denen auch vom Schreibtisch aus so manches entdeckt werden kann. Damit wird in unserem Landkreis aber noch nicht gearbeitet. Die bisherigen Ermittlungswege mit Luftbildern reichen hier wohl bisher aus.

Rechtsanwalt Kay Prochnow, Spezialist für Baurecht, rät den Nordkurier-Lesern: „Auch bei kleinen Bauten auf dem eigenen Grundstück vorher die Baubehörde fragen, ob eine Genehmigung dafür nötig ist oder nicht.“