Noch ist lediglich ein Behelfsparkplatz auf dem letzten freien Innenstadtquartier angelegt.
Noch ist lediglich ein Behelfsparkplatz auf dem letzten freien Innenstadtquartier angelegt. Anne-Marie Maaß/Archiv
Am Steintor

Wer will die Baugrundstücke in Anklams Innenstadt?

Aus den Händen gerissen wurden der GWA die angepriesenen letzten Filetstücke in der Innenstadt nahe des Anklamer Steintors bislang nicht. Potenzielle Investoren lassen auf sich warten.
Anklam

Nach dem Abriss der letzten WBS-70-Blöcke in der Anklamer Innenstadt sollte es eigentlich mit dem Innenstadtumbau weiter schnell vorangehen. So sollte die Aufteilung, Ausschreibung und der Verkauf der insgesamt fünf Parzellen in einer Größe von 475 bis 770 Quadratmeter schon im vergangenen Jahr vonstattengehen. Allein, die freien Flächen liegen nun noch – bis auf den übergangsweisen Behelfsparkplatz der Anklamer Grundstücks- und Wohnungswirtschaft – brach dar.

Lose Nachfragen und ein Rückzieher

Die GWA ist nach wie vor die Besitzerin der vermeintlichen Filetgrundstücke in der Stadt. Denn bislang gab es noch nicht einmal wirkliche Bewerbungen auf die Flächen, das teilt GWA-Geschäftsführer Thomas Riemer auf Nachfrage mit. Ein Interessent hatte sich im vergangenen Jahr ernsthaft um ein Grundstück bemüht, musste dann jedoch zurückziehen. Ansonsten gab es lediglich mal lose Nachfragen, ergänzt er. Dabei ist die Bewerbungsfrist auf die Grundstücke schon im Sommer vergangenen Jahres abgelaufen. Dass sich der Verkauf augenscheinlich schwieriger gestaltet als zunächst erhofft, überrascht Riemer indes nicht wirklich.

„Wir haben es derzeit in mehreren Bereichen mit schwierigen Verhältnissen zu tun”, erklärt er. zum einen seien die Baupreise in den vergangenen Monaten enorm gestiegen und ließen sich gerade für langwierige große Baustellen immer schwerer abschätzen. Zudem wird der Mindestkaufpreis laut Exposé der GWA mit 147 Euro pro Quadratmeter angegeben.

Gewerbetreibende stark ausgebremst

Zum anderen haben fast zwei Jahre Corona-Pandemie auch die Gewerbetreibenden stark ausgebremst. Neueröffnungen und Expansionen von Läden oder den Start in die Selbstständigkeit würden derzeit viele scheuen. Auch das wirke sich auf die Neubauten aus, immerhin ist der Rahmen der gewerblichen Nutzung im Erdgeschoss vorgegeben. Ausdrücklich ausgeschlossen sind demnach Makler- oder Versicherungsbüros, gleiches gilt für Sozial- und Pflegeeinrichtungen. Auch bei den Wohnungen ist der Zuschnitt darzulegen.

Verpflichtend sei zudem die Nutzung der Stadtwärme der GWA zur Wärmeversorgung. Und dies sind nur einige Punkte Konzepte Investition, Nutzung, Finanzierung darzulegen. Danach wird nach einem Punkteschema bewertet und der geeignetste Bewerber ausgewählt – so lautet zumindest die Theorie.

Die GWA bewerbe die Grundstücke aktuell auf der Insel Usedom und habe dort Anzeigen geschaltet, so Riemer. Eine große Werbetafel direkt vor Ort auf der Freifläche wurde dem Wohnungsunternehmen bis jetzt noch vom Landkreis verwehrt. Dagegen werde man aber wahrscheinlich in den Widerspruch gehen. Auch die Stadt Anklam bemühe sich zudem, um potenzielle Investoren auszumachen.

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