Josephine Weisig und Mirko Kagemann vom ASB verabschieden Roberto Bluhm in den Ruhestand. Auch Ducherows Bürgermeister Be
Josephine Weisig und Mirko Kagemann vom ASB verabschieden Roberto Bluhm in den Ruhestand. Auch Ducherows Bürgermeister Bernd Schubert und seine Stellvertreterin Elke Brunk danken dem Sozialarbeiter. (v.l.n.r.) Mareike Klinkenberg
2017 hat der Jugendclub im Vereinshaus ein neues Domizil bezogen. Jetzt musste dort vorübergehend die Ducherower Kita unt
2017 hat der Jugendclub im Vereinshaus ein neues Domizil bezogen. Jetzt musste dort vorübergehend die Ducherower Kita untergebracht werden. Anne-Marie Maass
Sozialarbeiter in Ruhestand

Wie geht es weiter mit der Jugendarbeit in Ducherow?

Keine Räumlichkeiten, die Jugendlichen sitzen auf der Straße und der Sozialarbeiter geht in Rente – um den Jugendclub in Ducherow steht es momentan schlecht.
Ducherow

Mehr als 20 Jahre war Roberto Bluhm die gute Seele des Jugendclubs in Ducherow. Nun hat sich der Mann, dem ein unendlich langer Geduldsfaden in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nachgesagt wird, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Über Umwege ist Bluhm, der eigentlich nach seinem Abi 1976 Elektromonteuer gelernt hatte und später beim Kreis, im Binnenhafen und im Natursteinwerk gearbeitet hat, Ende der 1990er Jahre zum ASB gekommen und in die Jugendarbeit „hineingerutscht”.

Nach schwerem Anfang zum Erfolgsmodell geworden

Als dann Bürgermeister Bernd Schubert den Ducherower Jugenclub nach einer schwierigen Phase wieder auf neue Beine stellen wollte, war Bluhm der Mann, der den Club auf den richtigen Kurs bringen sollte. Das gelang ihm auch. Abgesehen von kleinere Vorkommnissen, wurde der Jugendclub in Ducherow zum Erfolgsmodell.

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Roberto Bluhm gewann das Vertrauen der Jugendlichen. Sie waren beim Fußball, Bowling und Volleyball aktiv, fuhren gemeinsam zum Zelten nach Ückeritz, nach Berlin, quatschten, spielten Karten und feierten Partys, blickt der Sozialarbeiter zurück. Gerade während der Sommerferien war der Club alljährlich Anlaufpunkt für rund 40 Kinder aus der ganzen Gemeinde.

Von einigen der ersten Kids hatte er mittlerweile schon die Kinder wieder im Jugendclub und auch zu Hochzeiten seiner Schützlinge ist Roberto Bluhm schon eingeladen worden.

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Knackpunkt Raumsuche

Doch aktuell gerät die erfolgreiche Jugendarbeit in Ducherow ins Stocken. Nicht nur, dass Roberto Bluhm, längst das Rentenalter erreicht hat, auch der vor wenigen Jahren frisch sanierte Jugendclub steht derzeit nicht zur Verfügung, weil ihn die Ducherower Kita während der Bauphase als Ausweichquartier nutzt.

Und so widmen sich Josephine Weisig und Mirko Kagemann vom ASB sowie Bernd Schubert und seine Stellvertreterin Elke Brunk bei einem Treffen neben der herzlichen Verabschiedung des langjährigen Jugendclubleiters auch der Zukunft der Einrichtung.

Ohne Club bleibt nur die Straße

Für Schubert steht seine Gemeinde ganz klar hinter der Jugendarbeit, das Geld dafür sei auch fest im Haushalt eingeplant. Nur die Raumfrage sei momentan ein echtes Problem in Ducherow, denn es steht derzeit einfach kein geeignetes Domizil für den Club zur Verfügung.

Doch ohne Club bleibt für die Jugendarbeit letztendlich nur noch die Straße und gerade in der kalten Jahreszeit gestaltet es sich sehr schwierig, die Jugendlichen dort zu erreichen, berichtet Roberto Bluhm von seinen Erfahrungen aus dem letzten Winter.

Aufruf an Ducherower Firmen und Privatpersonen

Mirko Kagemann, Geschäftsführer des hiesigen ASB und Josephine Weisig, die für den Bereich Jugend und Soziales zuständig ist, sehen zudem Schwierigkeiten unter diesen Voraussetzungen überhaupt einen Nachfolger für Bluhm zu finden. Sie richten nun einen Aufruf an alle Ducherower: „Wer hat als Privatperson oder Unternehmen freie Räumlichkeiten, die er den Jugendlichen vorübergehend zur Verfügung stellen könnte?”

Natürlich würde die Jugendarbeit auch dort weiterhin unter den Fittichen des sozialen Trägers stattfinden. Auch die Gemeinde will sich weiter umhören, denn dass eine funktionierende Kinder- und Jugendarbeit etwas bringt, das hätte Roberto Bluhm in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten immer wieder bewiesen.

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