IKAREUM

Wie standfest ist die Nikolaikirche? Archäologin untersucht Fundament

Damit es beim Umbau der Anklamer Nikolaikirche weitergehen kann, muss zunächst geklärt werden, wie es eigentlich um die Statik der Kirche bestellt ist. Die Fundamente untersucht derzeit Archäologin Andrea Popp.
Andrea Popp erklärte gestern Peer Wittig vom Förderkreis und Museumsleiter Peter Busse ihre Arbeit in der Kirche.
Andrea Popp erklärte gestern Peer Wittig vom Förderkreis und Museumsleiter Peter Busse ihre Arbeit in der Kirche. Anne-Marie Maaß
Hier ist das mittelalterliche Fundament aus Feldsteinen zu sehen.
Hier ist das mittelalterliche Fundament aus Feldsteinen zu sehen. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Während die Türen der Nikolaikirche für Besucher und Neugierige von außen fest verschlossen sind, wird im Gebäude derzeit trotzdem gearbeitet. Um den Umbau zum Ikareum vorzubereiten, untersucht Archäologin Andrea Popp in dieser Woche die Fundamente innerhalb des Kirchenschiffes.

Dafür wurde an mehreren Stellen in der Kirche vorrangig an den Pfeilern und Wänden nun der Boden geöffnet, um einen Einblick zu bekommen, welches Material darunter verbaut wurde. Die freistehenden Säulen in der Kirche wurden zumeist vor wenigen Jahren erst restauriert und wiederaufgebaut, sie fußen somit auf einem stabilen Betonfundament. Bei den Mauern wird es allerdings durchaus spannend.

Mittelalterliches an der Südseite

Diese ruhen an der Südseite des Kirchenschiffes immer noch auf den mittelalterlichen Fundamenten aus Feldstein. Jedoch ist dieses teils nur 90 Zentimeter tief, berichtet die Archäologin. Durch das Gewölbe wurde die Last abgeleitet und verteilt, weshalb die Fundamente bei Weitem nicht so tief ins Erdreich reichen mussten wie beispielsweise im Turmbereich.

Bei ihren Untersuchungen stieß Andrea Popp zudem auf Spuren aus neuerer Zeit. So wurde die Kirche bei den Restaurierungsmaßnahmen Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer Heizung versehen. Die gemauerten Schächte für die Rohrleitungen sind Andrea Popp bei ihrer Arbeit im Kirchenboden ebenfalls begegnet.

„Schnellschüsse gehen nicht mehr”

Aus den Untersuchungen müssen die Statiker dann ihre Erkenntnisse für den weiteren Umbau ableiten. Besonders knifflig könnte es dabei an der Nordseite der Kirche werden, an der noch in diesem Jahr mit dem Funktionsanbau begonnen werden soll. Bevor dort direkt neben der Kirche eine Baugrube ausgehoben werden kann, muss aber wohl erst die Statik gesichert werden.

Neben den Untersuchungen zur Standfestigkeit ist eine genaue Schadenskartierung der Kirche vorgesehen. Dies sei auch für den Förderkreis der Nikolaikirche ein wichtiger Punkt, sagt dessen Vorsitzender Peer Wittig. „Wir können erst neue Projekte planen, wenn die Kartierung vorliegt. Zurzeit ist es schwierig, kleinere Dinge direkt anzustoßen. Schnellschüsse gehen aktuell nicht mehr, da am Ende ja alles zum großen Plan zusammenkommen muss – und das ist die Umsetzung des Ikareums“, erklärt er. Ab Mai soll die Kirche laut Plan aber wieder für Besucher geöffnet sein.

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