„CARTHAGO KREIS” KOMMT MIT 100 FAHRZEUGEN

Wohnmobil-Touristen wollen Anklam erobern

Mehr als 600 Mitglieder allein in Deutschland hat der Verein von Wohnmobil-Enthusiasten „Freundeskreis Carthago“. Zu ihrem großen Jahrestreffen wollen sie dieses Mal in Anklam haltmachen. Parken die dann alle auf dem Markt?
Den Rathaus-Balkon haben die Wohnmobilfreunde schon einmal kurzzeitig in Beschlag genommen.
Den Rathaus-Balkon haben die Wohnmobilfreunde schon einmal kurzzeitig in Beschlag genommen. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Die vier Wohnmobile, die in dieser Woche schon einmal ganz öffentlichkeitswirksam auf dem Marktplatz vor dem Rathaus parkten, sind nur der Anfang: Im Oktober soll Anklam für fünf Tage zum Mittelpunkt für die Freunde des bequemen Reisens werden. Der „Carthago Kreis e. V.“ will dann in Anklam seine Jahreshauptversammlung durchführen.

Insgesamt gehören dem deutschlandweiten Verein mehr als 600 Mitglieder an. Hinzu kommen Wohnmobilfreunde aus England, den Niederlanden, Schweden und weiteren Ländern Europas. Deshalb rechnen die Veranstalter auch mit regen Zuspruch in Anklam. Mehr als 100 Fahrzeuge werden erwartet – doch wo sollen die alle parken?

Die Wohnmobile kosten bis zu 250.000 Euro

Auf dem Markt jedenfalls nicht – der Platz ist zwar werbewirksam, für die Nachtruhe allerdings eher nicht geeignet. Die Stadtverwaltung hat zudem schon eine gute Alternative, die ebenfalls nahe der Innenstadt liegt. Die Festwiese auf dem Reeperstieg bietet ausreichend Platz, um die Wohnmobilfreunde von Donnerstag bis Sonntag zu beherbergen und auch mit Strom und Wasser zu versorgen. Ansonsten haben die Caravan-Fans natürlich alles an Bord, was sie so brauchen.

Immerhin sind sie teils mit fahrenden Eigenheimen unterwegs – auch, was den Wert betrifft. Zwischen 80 000 und 250.000 Euro kosten die gehobenen Wohnmobile des deutschen Herstellers, dem der Verein verbunden ist. Die meisten Fahrzeuge würden schon im sechsstelligen Bereich liegen, so die Vereinsleute. Da muss auch Anklams Bürgermeister Michael Galander kurz überschlagen, wie viele Millionen Euro Wert da bei der Fahrzeuganzahl zusammenkommen. Er sieht in dem Treffen durchaus einen positiven Image-Gewinn für die Stadt.

In Greifswald gab es kein Interesse

Denn auch Wohnmobilreisende sind eine interessante Zielgruppe für den Tourismus in der Stadt. „Wir begrüßen daher alle Gäste offen und freuen uns auf ihren Besuch“, erklärt Galander. Darüber hinaus stehe die Verwaltung mit Rat und Tat zur Seite, biete auch Stadtführungen an und helfe bei der Vermittlung von Dienstleistungen. Doch da sind die Vereinsleute schon gut ausgestattet: Das Volkshaus ist für die Abende gebucht, ebenso wie der Caterer aus Anklam und das Kulturprogramm.

Der Organisator des Treffens, Jochen Henkel, freut sich über den bislang reibungslosen Ablauf. In seinem Wohnort Greifswald stieß sein Anliegen nämlich nicht sofort auf offenen Ohren. „Wir haben trotz mehrfacher Anfrage keine richtige Antwort bekommen. Dann sind wir eben auf Anklam gekommen und sehr zufrieden mit unserer Entscheidung“, sagt er.

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