Unsere Themenseiten

:

Wolfgang Stifft: Politik statt Sturm der Liebe?

[KT_BU]Auf dem Anklamer Flohmarkt gibt es fast alles. Hartmut Bietsch aus Rathebur hatte ein Mofa zu bieten.  FOTO: Foetzke

Von unseren RedaktionsmitgliedJörg FoetzkeVor Wochen noch wollte Wolfgang Stifft nichts mehr von der Politik wissen, jetzt wagt der Alt-Bürgermeister ein ...

Von unseren Redaktionsmitglied
Jörg Foetzke

Vor Wochen noch wollte Wolfgang Stifft nichts mehr von der Politik wissen, jetzt wagt der Alt-Bürgermeister ein Comeback. Bei einer Versammlung des CDU-
Regionalverbandes ließ er sich nun in den Vorstand wählen.

Anklam.Nachmittags um drei mag Wolfgang Stifft eigentlich gar nicht mehr gestört werden. Dann flimmert die Schmonzette „Sturm der Liebe“ über die Mattscheibe, und diese anheimelnden Filmchen lassen sich der Ex-Bürgermeister und seine Gattin nur ungern entgehen. Doch nun kehrt Stifft in die Kommunalpolitik zurück und hat sich am Freitagabend in den regionalen CDU-Vorstad wählen lassen. Heißt seine Parole nun: Politik statt Sturm der Liebe?
Gut zehn Jahre sah es so aus, als hätte sich Wolfgang Stifft im Ruhestand gut eingerichtet. Viel Gartenarbeit, ein bisschen Fernsehen und gelegentliche Auftritte im Lachtheater. Warum zieht es den Alt-Bürgermeister nun offenbar wieder mit Macht auf eine größere Bühne? „Ich habe mich nicht danach gedrängt, man hat mich überzeugt“, berichtet Wolfgang Stifft. So soll CDU-Regionalchef Steffen Gabe beim Altbürgermeister vorgesprochen haben und ihm ein Vorstandsmandat angetragen haben. Denn die Christdemokraten in der Peenestadt haben ein Problem: In ihren Reihen mangelt es derzeit an Leuten, die eine größere Autorität unter der Bevölkerung genießen. So schien ein Debakel der CDU bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr schon unausweichlich, weil den führenden CDU-Barden in der Stadt scheinbar geeignete Konzepte abhanden gekommen sind, um dagegen anzusteuern. Die CDU in Anklam sei in einem Lernprozess, „mit meinen Erfahrungen will ich der Partei wieder zu alter Stärke verhelfen“, erklärt Wolfgang Stifft.
Den Wiedereinstieg in die Kommunalpolitik habe es erleichtert, „dass gewisse Personen nicht mehr da sind, mit denen ich ein Problem hatte“, sagt er weiter. Namen nennt der Alt-Bürgermeister nicht, doch man muss kein Hellseher sein, um darauf zu kommen, dass er seine Parteikollegen Karl-Dieter Lehrkamp und Renate Jasinski meint. Beide haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Wolfgang Stifft 2002 nicht mehr für die CDU zur Anklamer Bürgermeisterwahl antrat. Lehrkamp und Jasinski haben sich im Anklamer Regionalverband bereits vor zwei Jahren aus dem Vorstand zurückgezogen und wollen auch nicht mehr bei der Kommunalwahl antreten. Dass er nun aber der große Gegenspieler von Galander wird, schließt Stifft aus. „Man hat mich gebeten, auch bei den Wahlen zu kandidieren. Dazu wird es aber nicht kommen“, erklärt Stifft. Er sieht sein Partei-Engagement lediglich auf zwei Jahre begrenzt und sich nur als Berater im Hintergrund.
Das wird sicher Heidi Stifft freuen, braucht sie bei der nachmittäglichen Fernsehleidenschaft dann doch nicht so oft auf ihren Gatten zu verzichten. Auch Bürgermeister Galander wird nicht gerade traurig sein, dass ein Mann, der ihm an Popularität in Anklam vielleicht heute noch überlegen ist, sich nicht zum direkten Konkurrenten aufschwingt.
Und was sagt Karl Dieter Lehrkamp zu Stiffts politisches Comeback? „So ein Opa kann der Partei nur gut tun.“