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Zum Schießen - Bordel als rettender Engel

Aushilfsengel Wolfgang Bordel stand auch in ungewohnter Rolle seinen Mann.             
Aushilfsengel Wolfgang Bordel stand auch in ungewohnter Rolle seinen Mann.  
Veronika Müller

Die Sumpfdotterblume ist krank - was nun? "Peene brennt" absagen? Auf keinen Fall! Die Lösung ist einfach: Der Chef selbst springt ein, schlüpft ins Engelskostüm und schwebt über die Bühne.

Die „Peene brennt“ ist jeden Tag für eine Überraschung gut. Zuletzt sorgte der Luxusdampfer „Princess“ mit seinem „Auftritt“ mitten im Bühnenbild für Aufregung. Und nun das: Die Sumpfdotterblume (Ralf Mauermann) musste wegen einer starken Erkältung den Auftritt absagen. Was also tun? Diese Frage musste Theaterchef Wolfgang Bordel kurzfristig beantworten. Die Entscheidung war schnell gefallen: Bordel selbst schlüpft ins Sumpfdotterblumen-Kostüm. „Ich habe das Drehbuch geschrieben, die Texte erdacht, die Proben geleitet, jede Vorstellung bis in kleinste Detail geplant - da lag es nahe, dass ich einspringe."

Gemeinsam mit Rosenblüte (Andreas Brüsch) stirbt der Brauereibesitzer Sumpfdotterblume im Kugelhagel um die Snowden-Verfolgung – beide kehren als Engel auf die Erde zurück, um den Peeneländern im Kampf gegen die Schweden und Brandenburg-Preußen zu helfen. Eine recht umfangreiche Rolle, die nicht mal so aus der Hüfte gestemmt wird.

Die verdutzten Zuschauer rieben sich bei seinem ersten Erscheinen auf der Bühne die Augen, hatten sie doch Mauermann als Sumpfdotterblume erwartet. Anderen fiel dieser Rollentausch gar nicht auf. Die waren wohl der Meinung, Bordel hätte in diesem Jahr wohl Lust aufs Mitmachen gehabt. Hat er übrigens auch: „Ich freue mich, selbst dort oben mitmischen zu können. Zwischen all jenen, die mit so viel Herzblut und Spielfreude agieren, das ist richtig ansteckend.“ Und wie ansteckend das war. Der Chef füllte nicht nur körperlich die Rolle der Sumpfdotterblume aus – auch inhaltlich traf er den Geschmack des Publikum. Eine Leistung, die nicht nur die Besucher mit viel Applaus honorierten, sondern auch das Ensemble. „Ich bin trotzdem froh, dass es vorbei ist. So gut wie Mauermann kann ich das nicht. Und wie es war, das muss das Publikum entscheiden“, sagte er  beim Abschminken in der Maske.