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Zweifel an Nachhaltigkeit

Zarnekla.„Offenbar haben die ökologischen und sozialen Probleme in diesem Land keine Lösungen zu befürchten.“ Ein nüchternes Fazit, das Roland ...

Neue Schritte zu wagen, dazu ermutigen Freiwillige im Ökologischen Jahr. Anregungen genug erhielten sie auf einer Wanderung durch einen Buchenwald.  FOTO: Roland Gorsleben

Zarnekla.„Offenbar haben die ökologischen und sozialen Probleme in diesem Land keine Lösungen zu befürchten.“ Ein nüchternes Fazit, das Roland Gorsleben vom I.G.E.L.-Verein in Zarnekla aus einem Seminar mit Teilnehmern eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJler) zieht. Die jungen Leute aus der Regionalgruppe Greifswald beschäftigten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Zunächst machten sie sich vertraut mit der Arbeit im Verein, pflanzten 300 Bäume, lernten neue Umweltspiele kennen und erweiterten ihr Wissen zu Forstwirtschaft, Geologie und Geschichte während einer geführten Wanderung durch den Buchenwald zum Schlossberg bei Wolthof. „Der theoretische Seminarteil überraschte etwas, da aus der ganzen Gruppe auf die Frage, ob sie ein Beispiel für nachhaltige menschliche Tätigkeit nennen können, nur zwei Vorschläge kamen“, so Gorsleben. Zum einen sei die Wiedervernässung von Mooren durch die Succow-Stiftung und ihre angemessene wirtschaftliche Nutzung genannt worden, zum anderen die Solarstromversorgung auf der Greifswalder Oie. „Junge Leute nehmen sehr wohl die Realität wahr, dass eine kapitalistisch verfasste Gesellschaft gar nicht nachhaltig sein kann.“
Die Diskussion der Öko- und auch sozialen Bilanz von Solarstromerzeugung habe immer wieder neue Fragen aufgeworfen. „Immerhin, Fragen stellen ist der erste Schritt“, meint Gorsleben. „Die geäußerten Feststellungen von Unveränderbarkeit der herrschenden Verhältnisse waren hingegen eher beängstigend.“kis/rg