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Tricks beim Haustürgeschäft

Handyschlag
Gerade zum Jahreswechsel boomt die Werbung von Kunden vor der eigenen Haustür.
Pixabay

Wenn es an der Tür klingelt, ist es nicht immer der Postbote. Was Verbraucher zum Thema Haustürgeschäfte dringend beachten sollten, beantwortet René Otto, Vertriebsleiter der Stadtwerke Prenzlau.

Herr Otto, im Zusammenhang mit Strom- und Gasliefertverträgen hört man immer wieder von Haustürgeschäften. Was passiert dabei?
Das ist ein alle Jahre wiederkehrende Erscheinung. Mitarbeiter von Direkt­marketing- oder Direktvertriebsfirmen gehen durch dicht besiedelte Gebiete, klingeln an den Haustüren und versu­chen, den Leuten dort einen Wechsel des Energieliefervertrags nahe zu le­gen. Manchmal auch mit ein bisschen mehr Nachdruck, was schon an den Rand der Seriosität geht.

Sind Haustürgeschäfte grundsätzlich unseriös?
Nicht grundsätzlich. Man kann sich über alles informieren lassen, auch an der Haustür. Es gibt viele Angebote, die man sonst gar nicht kennen wür­de. Aber worauf man achten muss, ist: Kein Angebot ist so gut, dass man es unbedingt sofort an der Haustür unter­schreiben muss. Beim geringsten Zwei­fel lassen sie sich lieber noch einmal bei ihrem aktuellen Lieferanten – etwa am Telefon oder im Kundenbüro, unsere heißen übrigens „UckerStromMarkt“- beraten. Also: Nie das erstbeste Ange­bot unterschreiben, und schon gar nicht an der Haustür. Erst recht nicht, wenn jemand mit Druck arbeitet.

Welche Möglichkeit habe ich als Verbraucher, einen Vertrag rückgängig zu machen?
Grundsätzlich gilt das 14-tägige Wider­rufsrecht. Dies muss direkt bei dem An­bieter, bei dem man unterschrieben hat, geltend gemacht werden. Das ist ein Grund mehr, sich einen Anbieter aus der Nähe auszusuchen. Hier kann man auch mal persönlich ein Problem klären oder eben auch einen Vertrag widerru­fen.

Zwischen den Energieversorgern gibt es große Preisunterschiede. Ist es überhaupt möglich, an der Wohnungstür Tarife miteinander zu vergleichen?
Der Verkäufer versucht, Vorteile auszu­rechnen. Beispielsweise indem er einen Blick auf die alte Rechnung wirft und dann sein neues Angebot danebenlegt. Oftmals ist es so, dass dort über ge­ringere Abschläge verkauft wird. Das dicke Ende kommt dann mit der Rech­nung. Meistens kann das der Kunde selbst schlecht vergleichen. Tatsächlich gilt – ganz gleich, welcher Anbieter: Steuern, Abgaben und Umlagen ma­chen 54 Prozent vom Haushaltsstrom­preis aus, der Anteil der Netzentgelte beträgt 25 Prozent. Für den Stromein­kauf und Vertrieb fallen bei den Stadt­werken Prenzlau lediglich knapp ein Fünftel des letztlich in Rechnung ge­stellten Strompreises an: Bei einer Jah­resrechnung etwa von 1094 Euro für einen durchschnittlichen Vier-Perso­nen-Haushalt im Einfamilienhaus sind das lediglich 200,86 Euro. Dann kann rein rechnerisch kein Einsparpotential von 500 Euro vorhanden sein, wie eini­ge Vergleichsportale gerne behaupten.

Wenn man sich nicht ganz sicher ist, was man da gerade abgeschlossen hat, an wen kann man sich wenden?
Unsere Kundenbüros sind auch in die­sem Fall die richtige Adresse. Die Mit­arbeiter vor Ort helfen den betroffenen Kunden dann gerne weiter. Nur keine falsche Scham, Irren ist menschlich. Außerhalb der Öffnungszeiten können die Kunden zusätzlich im Internet unter www.uckerstrom.de alles erledigen, was man sonst vor Ort im Kundenbüro in Auftrag geben würde.