NIEDERLAGE FÜR PETA

Affen-Selfie war doch legal

Ein Affe macht mit der Kamera eines Tierschützers ein Selfie – das klingt eigentlich nach einer netten Geschichte. Die Tierschutz-Organisation Peta zog gegen das Bild allerdings zu Felde.
Gabriel Kords Gabriel Kords
Barbara Munker Barbara Munker
Dieses Foto ist der Stein des Anstoßes.
Dieses Foto ist der Stein des Anstoßes. Imago/ Danita Delimont /David Slater
London.

Der bizarre Streit um das Urheberrecht eines Affen an seinem Selfie-Foto ist wahrscheinlich beigelegt – mit einer krachenden Niederlage für Peta. Ein Berufungsgericht in San Francisco wies die Klage der Tierschutz-Organisation ab. Sie hatte im Namen des Affen eine Urheberrechtsverletzung mit dem Foto geltend gemacht.

Der insgesamt fast dreijährige Rechtsstreit drehte sich um Bilder, die ein Makake namens Naruto auf der indonesischen Insel Sulawesi bereits im Jahr 2011 von sich gemacht hatte. Der Affe drückte damals auf den Auslöser einer Kamera des Naturfotografen David J. Slater. Peta klagte 2015 im Namen des Affen auf die Rechte an den Bildern. Zunächst wurde die Klage abgewiesen, dann aber der Fall in zweiter Instanz vor einem US-Gericht in San Francisco verhandelt. Er sei wohl der erste Mensch, der von einem wilden Tier verklagt werde, hatte Slater damals gesagt.

Im September 2017 hatten sich Slater und Peta außergerichtlich auf einen Vergleich einigen Wollen, demzufolge Peta die Klage zurückgezogen hätte, sofern Slater ein Viertel seiner Einnahmen aus dem Foto für den Erhalt des Lebensraumes der Affen in Indonesien gespendet hätte.

Richter: Peta wollte Affen für ideologische Zwecke benutzen

Wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, lehnte das Gericht diesen Vergleich aber ab, weil es einen Präzedenzfall schaffen wollte. Dabei übten die Richter scharfe Kritik an Peta. Die Organisation wolle den Affen offenbar für „ideologische Zwecke benutzen.“

Ähnlich argumentieren die Richter in ihrem nun veröffentlichten Urteil, indem sie feststellen, dass der Affe doch kein Recht am eigenen Bild hat. Zudem brummen sie der Tierschutz-Organisation auch die Anwaltskosten von Slater auf. Außerdem sehen sie diesem vollumfänglich im Recht. Peta könnte jetzt noch vor höhere Gerichte in den USA ziehen, Beobachter der örtlichen Presse halten die Organisation dort aber für chancenlos.

Slater, der das Bild einst für das beste Foto seines Lebens gehalten hatte, klagte im Laufe der vielen Jahre, die er sich mit Peta vor Gerichten stritt, das Bild habe ihn finanziell ruiniert. Durch die Übertragung der Anwaltskosten auf Peta dürfte sich dieses Problem nun zu seinen Gunsten gelöst haben – sofern Peta nicht doch noch in die nächste Instanz geht.

Peta macht regelmäßig durch ihr rabiates Vorgehen gegen alle, die sie für Tierrechts-Frevler hält, auf sich aufmerksam. Im deutschen Nordosten sorgte Peta zuletzt mit ihrem Feldzug gegen Angler, über den der Nordkurier mehrfach berichtet hatte, für Empörung. In Demmin wurde deswegen kürzlich sogar eine Angelveranstaltung abgesagt.

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