KAMPF GEGEN CORONA

Am Montag startet die Impfaktionswoche

Ab Montag soll man sich auch bei der Feuerwehr, an Sportplätzen oder in Einkaufszentren impfen lassen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief dazu auf, die Angebote zu nutzen.
dpa
Leider steige die Zahl der Neuinfektionen wieder, warnte Angela Merkel. (Archivbild)
Leider steige die Zahl der Neuinfektionen wieder, warnte Angela Merkel. (Archivbild) JANEK SKARZYNSKI
Berlin ·

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll ab Montag eine bundesweite Impfaktionswoche mit dem Motto #HierWirdGeimpft neue Fortschritte bringen. Jeder Bürger kann sich dann an zahlreichen Stellen ohne Termin und kostenfrei gegen Corona impfen lassen. Neben den dauerhaften Impfmöglichkeiten etwa in den Impfzentren sollen zahlreiche temporäre Angebote, zum Beispiel in Bibliotheken oder Einkaufszentren, die Impfquote nach oben treiben.

+++ Hier finden Sie eine Übersicht, wo das möglich ist. +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die Bürger am Sonntag auf, die Angebote zu nutzen. „Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller”, sagte sie. Impfangebote werde es auch bei Freiwilligen Feuerwehren, in der Straßenbahn, am Rand von Fußballfeldern und in Moscheen geben. Die Impfaktionswoche dauert bis zum 19. September.

Derzeit sind rund 62 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen Corona geimpft. Die Quote stieg zuletzt nur langsam weiter an.

Mehr lesen: Piks für gute Laune – Impfung ist wohl gesund für die Psyche

Grüne fordern mehr

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kritisierte am Sonntag, es reiche nicht aus, wenn Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Woche zur Aktionswoche erkläre. „Es braucht jetzt eine breitflächige Informationskampagne, ab jetzt muss jede Woche zur Aktionswoche werden”, teilte sie mit.

[Pinpoll]

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, lobte Merkel dafür, dass sie bei der Impfkampagne auf Argumente setze. „Damit setzt sich Angela Merkel wohltuend von der Polemik von immer mehr Ländern ab.” Dazu gehöre die Abschaffung der Lohnfortzahlung bei Quarantäne von Ungeimpften, erklärte Brysch in Berlin.

Merkel sagte in ihrem Video-Podcast, Impfangebote werde es etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren, in der Straßenbahn, am Rand von Fußballfeldern und in Moscheen geben. Jeder könne sich dann ohne Termin und kostenfrei impfen lassen. „Ich bitte Sie daher: Schützen Sie sich selbst und andere. Lassen Sie sich impfen”, appelliert die Bundeskanzlerin.

Mehr lesen: Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern steigt am Sonntag

Leider steige die Zahl der Neuinfektionen wieder, warnte Merkel. Die große Mehrheit der Patienten, die im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt würden, seien ungeimpft. Um gut durch Herbst und Winter zu kommen, „müssen wir daher noch mehr Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen”. Vier Millionen Menschen in Deutschland seien an dem Virus erkrankt und über 90.000 Menschen daran gestorben. Die Kanzlerin sprach von „Zahlen, die für enormes Leid und tiefe Trauer stehen”. Hinzu komme, dass viele Bürgerinnen und Bürger an den Spätfolgen der Erkrankung leiden würden.

Ausweg aus der Pandemie

Vor einem Jahr habe es noch keinen Ausweg aus der Pandemie gegeben, sagte Merkel. „Heute können wir genau diesen Ausweg anbieten: eine Impfung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen.” Es sei großartig, dass inzwischen mehr als 55 Millionen Menschen in Deutschland dieses Angebot angenommen hätten und über 50 Millionen davon sogar vollständig geimpft seien. „Das ist ein Riesenerfolg”, betonte sie.

Göring-Eckardt kritisierte, auch beim Umstieg auf die neuen 3G-Regeln mit Erleichterungen für Genesene, Geimpfte und Getestete mache die Bundesregierung massive Fehler. Es sei etwa unverständlich, warum in Schulen ein regelmäßiger Test erforderlich sei, am Arbeitsplatz jedoch nicht. „Statt deutschlandweit einheitlichen Regelungen für einen geordneten Übergang zu schaffen, zieht die Bundesregierung vor der Wahl lieber den Kopf ein, lässt die Probleme liegen oder schiebt die Verantwortung erneut an die Länder ab.”

Mehr lesen: Ökonom: Corona-Risiken werden unterschätzt

Göring-Eckardt nannte das Impfen eine Frage von Solidarität. Jeder habe das Recht, sich nicht impfen zu lassen. „Aber man hat nicht das Recht, dass alle Geimpften und der Rest der Gesellschaft und die Kinder darauf Rücksicht nehmen.” Deshalb müsse, sollten wieder Einschränkungen nötig werden, um eine Überlastung des Gesundheitssystem zu verhindern, unterschieden werden zwischen Geimpften und Genesenen und nur Getesteten.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Berlin

zur Homepage

Kommentare (1)

Die letzten Blödmänner lassen sich sowieso nicht impfen, die brocken und die nächsten Klomplettlockdown ein , „ frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr „ kann man wohl jetzt schon sagen.